Neuer Platz für Vogelpärchen auf Turm der Rotenburger Jakobikirche

Schönes Zuhause für ein Turmfalkenpärchen: Heinrich Wacker, links, und Horst Barm befestigten einen Nistkasten aus Holzbeton am Turm der Rotenburger Jakobikirche.

Rotenburg. Das Bettchen ist gemacht, jetzt will es nur noch bezogen werden. Heinrich Wacker, Umweltberater der Stadt Rotenburg, und Küster Horst Barm haben in über 20 Metern Höhe am Turm der Rotenburger Jakobikirche einen Nistkasten für Turmfalken angebracht.

Jetzt heißt es warten, ob ein Turmfalkenpärchen den Kasten als neues Zuhause bezieht.

Turmfalken bewohnen die Jakobikirche schon viele Jahre. Durch ein rundes Fenster in der Giebelwand gelangten sie in den Dachstuhl, wo ein Holzkasten für sie bereit stand. Im Zuge der Kirchensanierung wurde das Fenster verglast. Dass die Greifvögel jetzt in den Kasten am Turm umziehen, halten Wacker und Barm für die bessere Lösung. Die Südostseite des Turms sei besser vor dem Wetter geschützt, erklärte Wacker. Und so, ergänzte Küster Barm, könnten die Tiere ihren Mist und die Reste von Beutetieren nicht mehr genau vor die Eingangstür zur Kirche fallen lassen.

Die Initiative für den Nistkasten ergriff Heinrich Wacker nach Absprache mit dem Kirchenvorstand und mit Brigitte Hallenberger, die sich für die Vogelwelt in Rotenburg einsetzt. Den 110 Euro teuren Kasten bezahlte Wacker aus eigener Tasche.

In dem Kasten wartet nun weiches Sägemehl auf das Greifvogelpärchen. Das kommt dem Turmfalken entgegen, der lieber fertige Nester anderer Vögel bezieht, anstatt selbst welche zu bauen. Abhängig von klimatischen Verhältnissen überwintern manche Turmfalken in der Heimat, andere ziehen nach Südeuropa. In den Monaten März und April, so Wacker, sucht der Turmfalke einen geeigneten Brutplatz. Er legt drei bis sechs Eier, aus denen nach einem knappen Monat die Jungen schlüpfen.

Normalerweise, sagt Wacker, nisteten die Tiere in den Nischen hoher Felswände. Der Name Turmfalke weist darauf hin, dass die Vögel auch menschliche Bauwerke gern als Nistplatz nutzen. In der Rotenburger Umgebung, freute sich Wacker, können die Turmfalken perfekt auf Mäusejagd gehen.

Schlecht wäre nur, wenn Tauben den neuen Kasten besetzten, sagte Wacker. Er geht aber fest davon aus, dass schnell ein Turmfalkenpärchen den Nistplatz findet. Der Kasten lässt sich von der HNA-Geschäftsstelle an der Rotenburger Breitenstraße aus ideal beobachten.

Von Achim Meyer

 

Quelle: HNA

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