Am Beruflichen Gymnasium haben 45 Schüler erfolgreich ihre Reifeprüfung abgelegt – so wie die Schule selbst auch

Der erste Jahrgang hat’s geschafft

Der erste Abiturjahrgang des Beruflichen Gymnasiums: Ehrengäste und Abiturienten freuten sich gleichermaßen über die bestandene Reifeprüfung. Fotos: Meyer

Bebra. Die Abiturienten mussten bei ihrer Entlassungsfeier die ihnen entgegengebrachte Aufmerksamkeit teilen. Denn an den Beruflichen Schulen in Bebra haben nicht nur 45 Schüler die Abiturprüfungen abgelegt, sondern die Schule selbst hat ihre Reifeprüfung bestanden. Das Berufliche Gymnasium an den Beruflichen Schulen hat seinen ersten Abiturjahrgang hervorgebracht.

Schulleiter Wolfgang Haas brachte seinen Stolz auf seinen ersten Abiturjahrgang zum Ausdruck und schilderte in liebenswürdig aufrichtigen Worten, wie er selbst mitgefiebert hat. Wäre eine große Zahl an Schülern durchgefallen, sagte er nur halb im Scherz, dann hätte er sich einen Vorwand gesucht, um frühzeitig aus dem Dienst zu scheiden.

Dafür gibt es keinen Grund. Von den 45 zu den Prüfungen angetretenen Schülern haben alle ihr Abitur bestanden. Der Notendurchschnitt liegt bei 2,5. Zwölf Schüler haben auf ihrem Zeugnis gar eine 1 vor dem Komma stehen. Die besten Absolventen sind Alexander Keil aus Gerstungen mit einem Schnitt von 1,1 sowie Meikel Djirdjis aus Bebra, Vanessa Adler aus Ransbach und Patrick Piasecki aus Rotenburg, die allesamt mit dem Notendurchschnitt von 1,5 bestanden haben.

Die Festrede hielt Dr. Ulrich Schneider, Lehrer für Deutsch und Geschichte und Leiter des Beruflichen Gymnasiums. Angesichts der nun zu Ende gegangenen Schulzeit machte er den Begriff der Freiheit zum Thema und näherte sich ihm über ein Zitat des deutschen Philosophen Friedrich Hegel: „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.“

Auf die Schüler, so Schneider, warte mit der Freiheit kein „immerwährendes Partydasein“. Viel mehr rief er die Schüler dazu auf, den Begriff Freiheit mit den Begriffen Einsicht und Notwendigkeit in Verbindung zu bringen, „die ihr in der Regel als freiheitseinschränkend erlebt habt“. Es gelte, Wissen zu sammeln und ein Verständnis für die Entwicklungsgesetze der Gesellschaft zu entwickeln, um dann richtige Entscheidungen zu treffen.

Die Gastredner lobten den erfolgreichen Abiturjahrgang und die Lehrer und die Schulleitung. Sie hätten in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet. „Gestalten Sie Ihr Leben“, rief Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt den Schülern zu und verknüpfte damit die Aufforderung, in der Region zu bleiben. Der SPD-Landtagsabgeordnete Dieter Franz überbrachte den vom Bundestagsabgeordneten Michael Roth gestifteten Sozialpreis für das soziale Engagement von Abiturientin Vanessa Adler und überreichte dem syrisch-stämmigen Meikel Djirdjis ein Geschenk. Damit wolle er das Augenmerk auf Menschen mit ausländischen Wurzeln richten, die in Deutschland schulische Erfolge haben.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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