Kein Grundstücksverkauf ohne Beratung

Spielplatzabbau: Erst mit Eltern sprechen

Nix mehr da: Nur ein umgestürztes Tor blieb zuletzt auf dem Gelände des Spielplatzes an der Rotenburger Ludwigstraße. Bolzen könnte dort auch weiterhin möglich sein, meint Bürgermeister Christian Grunwald. Archivfoto: Hörcher

Rotenburg. Die Rotenburger Grundstücke, die bislang die Kinderspielplätze Hinter dem Finanzamt und Ludwigstraße beherbergten, sollen vorerst nicht zum Verkauf ausgeschrieben werden. Das erklärte Bürgermeister Christian Grunwald auf Anfrage.

Die beiden Spielplätze waren gemäß eines Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung geschlossen und abgeräumt worden. Die Schließung ist Teil eines neuen Konzepts, das dazu beitragen soll, die jährlichen Unterhaltungskosten zu senken. Andere Spielplätze im Stadtgebiet sollen dafür aufgewertet werden. Dass die beiden Spielplätze nur wenige Tage nach dem Parlamentsbeschluss geschlossen wurden, hatte für Verärgerung der Eltern gesorgt - wir berichteten. Der Beschluss war mit Mehrheit der CDU-/UBR-Fraktionen gefasst worden.

Der Verwaltungschef will jetzt Gespräche mit Eltern führen, deren Kinder die Spielplätze genutzt haben. Dass die Flächen so schnell abgeräumt wurden, hatte auch ihn, der zu der Zeit in Urlaub war, überrascht. Eine Rücksprache mit dem Bauhofleiter habe ergeben, dass die Mitarbeiter aus arbeitsorganisatorischen Gründen zu dem Spielplatzeinsatz geschickt worden seien.

Ursprünglich hatten sie an diesem Tag andere Aufgaben, doch wegen eines technischen Defekts konnten sie ihr Arbeitsgerät nicht nutzen. Deshalb wurden sie spontan zu den Spielplätzen geschickt, berichtete Grunwald. Er will sich jetzt für eine Lösung einsetzen, die dem beschlossenen Konzept nach seiner Meinung nicht entgegenstehen dürfte: Eventuell könne man mit den Eltern eine Vereinbarung treffen, dass sie sich um die Pflege der Plätze kümmern.

Der Spielplatz an der Ludwigstraße zum Beispiel sei bevorzugt von kleinen Jungs zum Bolzen benutzt worden. Wenn die Eltern sich um den Rasen kümmern wollten, stünde der Weiternutzung nichts entgegen. Das Ziel, den Pflegeaufwand zu reduzieren, werde durch solch eine Lösung eingehalten, meint Grunwald.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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