Ersatzmama zieht Feldhasen-Baby auf

Rotenburg . Sein schwarz-brauner Pelz verrät, dass das Häschen eigentlich in die Wildnis gehört. Gern zieht es sich scheu in jeden sich bietenden Unterschlupf zurück. In einer blau-weißen Kleintierbox bei der Rotenburger Tiernothilfe in Lispenhausen wohnt seit wenigen Tagen ein Feldhasen-Baby, 116 Gramm schwer.

Das Tier wurde mutterseelenallein in einem Garten in Heinebach gefunden. Wie es dort hingelangte, darüber herrscht unter den Tiernothelfern Uneinigkeit. Vielleicht hat eine Katze den Hasen in den Garten geschleppt, vermutet Pressesprecher Jan Schneider. Tiernothilfechefin Brigitte Selent glaubt, dass ein Vogel ihn gekrallt und dann fallen gelassen hat.

Scheu und schutzsuchend: In der Rotenburger Tiernothilfe wird ein Feldhasen-Junges aufgepäppelt, das verwaist in einem Garten gefunden wurde.

In einem Schuhkarton gelangte Bugs Bunny, wie Selent das weibliche Häschen getauft hat, nach Lispenhausen. Auch wenn Selent viel Erfahrung mit Tieren hat, bei dem Feldhasen ist sie ratlos. Bei einem Tierarzt fragte sie nach und erfuhr, dass es selbst dem nicht gelungen war, ein Feldhasen-Junges ohne Mutter durchzubringen. Selent verrührt Katzenersatzmilchpulver und Wasser und füttert das Häschen drei Mal am Tag mit der Pipette.

Immerhin: Mittlerweile krabbelt Bugs Bunny unter Aufsicht manchmal neugierig über eine Couch und schnuppert unentwegt. Zum Hoppeln reicht die Muskulatur noch nicht.

Wenn der Hase überlebt, wird er zu einem stattlichen Tier von bis zu sechs Kilogramm Gewicht heranwachsen. Was dann mit dem Tier geschehen soll, weiß Brigitte Selent noch nicht: „Erstmal muss er durchkommen.“

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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