Freiwillige Feuerwehr Bebra übte für einen möglichen Chlorgasunfall im Biberbad

Im Ernstfall gut vorbereitet

In Sicherheit: Aus einem verqualmten Gebäude retteten Atemschutzgeräteträger bei einer Übung im Freibadeine vermisste Person – hier dargestellt von einer großen Stoffpuppe. Fotos: Vöckel

Bebra. Üben für den Ernstfall - das war ein Schulungsabend der Freiwilligen Feuerwehr Bebra im Freibad der Stadt. Angenommen wurde ein Brand im Schwimmbadgebäude, in dem die Technik untergebracht ist. Dazu gehörte auch, dass eine Person als vermisst gemeldet wurde. Die Feuerwehr rückte mit drei Fahrzeugen an.

22 Einsatzkräfte begannen die Brandbekämpfung von zwei Seiten, verlegten Schlauchleitungen für das Löschwasser und bauten mit einem Hydroschild eine Wasserschutzwand auf. Dieses Gerät wird zum Abschirmen gegen Wärme, Flammen, Rauch und zum Niederschlagen von Dämpfen genutzt. Das Wasserschild bewirkt zudem einen Selbstschutz der Einsatzkräfte. Zeitgleich mit der Brandbekämpfung drangen Atemschutzgeräteträger in das verqualmte Gebäude ein, retteten die vermisste Person und setzen mit dem Ausschalten des Hauptschalters die gesamte Technik außer Betrieb. Der wichtigste Punkt der Übung war aber die Annahme eines Gasalarms. „Chlorgas ist ausgetreten“, meldeten die Atemschutzgeräteträger. Das Warngerät habe Alarm gegeben. Daraufhin löste die Sprinkleranlage aus und versprühte Wasser, um das vermutete Chlorgas auf dem Boden zu halten. Vor dem Gebäude setzte die Feuerwehr einen durch Wasser angetriebenen Hochdrucklüfter ein, der zusammen mit dem Wasserschild die gleiche Wirkung erzielen sollte. Zugleich zeigte die leicht rot eingefärbte Nebelwolke des Lüfters an, wie weit und in welche Richtung das vermutete Chorgas ziehen kann.

„Eigentlich kann so etwas nicht passieren“, sagte Gerald Mock vom Bäderbetrieb der Stadtwerke Bebra. Die Chlorgasanlage des Schwimmbads werde streng überwacht und regelmäßig kontrolliert. Trotzdem regte er die Übung mit der Feuerwehr an, um im Ernstfall besser vorbereitet zu sein.

Schutzkleidung erforderlich

Das Fazit der Feuerwehr nach der einstündigen Übung zog Kreisbrandmeister Stefan Hertrampf: „Die Örtlichkeiten für einen eventuellen Einsatz und die hier tätigen Personen kennenlernen – dieses Ziel haben wir erreicht.“ Sollte aber wirklich Chlorgasalarm ausgelöst werden, müssten die Kameraden der Rotenburger Feuerwehr angefordert werden. Sie verfügten über Ganzkörper-Schutzbekleidung für solche Katastrophenfälle.

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

Kommentare