Erlebnisregion Mittleres Fuldatal: Tourismusbund steht vor Zerreißprobe

Erlebnisregion Mittleres Fuldatal

Rotenburg/Melsungen. Wieder gibt es Ärger in der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal. Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein will aus der Touristischen Arbeitsgemeinschaft (TAG) aussteigen und weitere Kommunen mitnehmen.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald wirft ihm vor, den Vorstand hintergangen zu haben.

Die Erlebnisregion ist für die touristische Vermarktung von über 100 Mitgliedsbetrieben und elf Kommunen der Kreise Hersfeld-Rotenburg und Schwalm-Eder verantwortlich. Gespräche um eine TAG Altkreis Melsungen hat Boucsein in den vergangenen Monaten mit den Bürgermeistern geführt. Den Vorstand der Erlebnisregion informierte er aber erst in dieser Woche schriftlich.

Den Vorsitzenden, Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald, ärgert vor allem der Stil, das Vorhaben nicht offen zu verfolgen: „Er hat nicht nur seine Vorstandskollegen über Monate hintergangen, sondern auch die Mitgliedsbetriebe.“

Boucsein weist die Kritik zurück. „Ein möglicher Austritt Melsungens kommt für niemanden überraschend.“ Die Melsunger Stadtverordneten hatten vergangenes Jahr einen Beschluss zum Austritt ausgesetzt, weil Melsungen allein keine TAG bilden kann. Die damalige Diskussion hatte auch Melsunger Firmen irritiert, die schon da nicht eingeweiht waren, wie sie der Erlebnisregion schrieben.

Der Austritt sei noch nicht beschlossen, die Entscheidung liege bei den Parlamenten, sagt Boucsein. Er hält eine TAG Altkreis Melsungen allerdings für effizienter. Sie soll 2015 mit der Arbeit beginnen, ein Konzept werde ausgearbeitet.

Grunwald wirft Boucsein vor, mit einem der höchsten Güter der Region ein abgekartetes Spiel zu treiben: Der Tourismus sorge für Umsatz bei vielen Firmen und damit für Arbeitsplätze. Mit der angekündigten Kündigung würden geplante Tourismusprojekte wie die Handwerker-Erlebnisroute, die im Mai starten soll, unterlaufen.

Von Marcus Janz und Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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