Erhebliche Einbußen wegen Vollsperrung der Eisenacher Straße

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Dieses Schild ist Stein des Anstoßes: Es verbietet die Durchfahrt in den Bereich der Baustelle  auf der Eisenacher Straße für alle - für Anwohner und Anlieger

Wildeck. Die Sperrung der Eisenacher Straße in Obersuhl sorgt für Unmut bei den Geschäftsleuten. „Die neun Geschäfte, die an dem gesperrten Abschnitt liegen, müssen mit erheblichen finanziellen Einbußen rechnen, weil Kunden sie nicht mit dem Auto erreichen können“, berichtet Andreas Schneider.

Der zweite Vorsitzende des Vereins Starke Wirtschaft Wildeck (SWW) krisitisiert vor allem, dass die Zusagen für die Beschilderung nicht eingehalten worden seien. „Uns war versprochen worden, dass die Straße für Anwohner und Anlieger freigegeben wird“, sagt Schneider. Jetzt ist sie voll gesperrt - ohne jede Ausnahme. „Wir haben mit Einschränkungen gerechnet - aber nicht mit diesen.“

In drei Monaten könne das Selbstständigen durchaus das Genick brechen. Der Geschäftsmann fragt sich, wie zum Beispiel Fußkranke die Physiotherapie-Praxis erreichen sollen. „Anwohner und Anlieger, die trotzdem in die Straße fahren, tun dies illegal. Sie müssen bei einer Kontrolle mit einem Bußgeld von 20 Euro rechnen“, sagt Schneider. Die Baufirma habe bereits einen Änderungsantrag an die Landesstraßenbehörde Hessen Mobil geschickt. Bisher sei aber nichts passiert.

Außerdem sei die Beschilderung aus Richtung Gerstungen unglücklich. Es gebe an der Umleitung keinen Hinweis darauf, dass man zumindest teilweise in den Ort hinein fahren kann. Schneider kritisiert auch, dass Wasserleitungsrohre auf den Parkplätzen von Geschäften gelagert werden.

In einem ersten Bauabschnitt wird der Bereich von der Kreuzung Eisenacher Straße/Lindenstraße bis zur Brückenstraße (Anbindung zur Autobahn) grundlegend saniert. Die Arbeiten sollen bis Ende August dauern.

Beigeordneter Steffen Sauer, der Bürgermeister Jürgen Grau vertritt, zeigt Verständnis für den Unmut der Geschäftsleute. Er sagt aber auch: Wenn man die Straße für einen Teil des Verkehrs freigeben würde, müsse man mit quer parkenden Autos rechnen, die die Bauarbeiten behindern. Für die Beschilderung an der Eisenacher Straße sei Hessen Mobil zuständig. Ab 17. Juni soll ein zweiter Bautrupp anrücken, um die Arbeiten noch zügiger ausführen zu können. Schon jetzt kämen sie gut voran.

Die Gemeinde hat mittlerweile von sich aus die Straße Am Rasen gesperrt. Die schmale Nebenstraße hat keinen Bürgersteig und ist der Schulweg vieler Kinder. Sie ist jetzt nur noch für Anwohner frei. Die Straße war von zahlreichen Autofahrern als Ausweichstrecke genutzt worden. Zurzeit hat die Gemeinde den Hessenweg im Blick, berichtet Sauer. Viele Autofahrer würden jetzt diese Straße nutzen und „unvernünftig schnell“ fahren. „Wenn wir den Hessenweg auch sperren, nehmen wir den Autofahrern wieder eine Möglichkeit, auf Nebenwegen zu den Geschäften zu kommen.“

Steffen Sauer appellierte an die Autofahrer, langsam zu fahren, damit diese Straße nicht auch noch gesperrt werden müsse. Wie sich Hessen Mobil dazu äußert, lesen Sie in unserer gedruckten Samstagsausgabe.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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