Wochenendporträt: Thorsten Gräf leitet die Obersuhler Blasmusik und andere Gruppen

Wochenendporträt: Thorsten Gräf leitet die Obersuhler Blasmusik

Üben, üben, üben: Thorsten Gräf hält sich auch heute noch an die alte Regel für erfolgreiche Musiker. Inzwischen leitet der 42-Jährige drei Musikgruppen in Obersuhl. Foto: A. Koch

Obersuhl. Feuerwehr, Fußball oder Blasmusik – das waren die möglichen Freizeitbeschäftigungen in Obersuhl, als Thorsten Gräf noch ein Kind war. Er entschied sich für die Musik und lernte mit zehn Jahren Trompete spielen.

Heute ist der 42-Jährige musikalischer Leiter der Obersuhler Blasmusik, der Schülerband der Blumensteinschule Obersuhl sowie des Evangelischen Posaunenchors Obersuhl.

„Mit sanftem Druck haben mich meine Eltern damals dabei begleitet“, erinnert er sich. „Auch, wenn ich mal keine Lust hatte zu üben – es half nichts. Eher durfte ich nicht raus zum Spielen.“ Im Nachhinein ist Gräf froh, dass seine Eltern so großen Wert darauf gelegt hatten. „Denn gerade wenn man ein Instrument erlernt, muss man viel üben.“ An der notwendigen Ausdauer mangele es den Kindern und Jugendlichen heute oft, hat er beobachtet. „Klappt es mit der Trompete oder Flöte nicht so richtig oder wird es zu langweilig oder anstrengend, werfen viele hin.“

Gefördert haben ihn auch seine Trompetenlehrer Heinrich Heckmann und später dessen Sohn Werner Heckmann, die ihn aufgrund seines Talents auch für Musikgruppen außerhalb Obersuhls vorschlugen. So spielte Thorsten Gräf zum Beispiel jahrelang in der Bergmannskapelle Heringen. Dort hörte er auf, als er sein Lehramtsstudium mit den Fächern Mathematik und Geschichte in Kassel aufnahm. Auch im Blechbläser-Ensemble der Modellschule Obersberg, zu dem er als Referendar stieß, spielt der 42-Jährige nur noch unregelmäßig mit. „Mein Beruf als Lehrer sowie meine Tätigkeiten als Chorleiter füllen mich voll und ganz aus.“

Gräf wirbt bei jungen Menschen für Musizieren in der Gruppe. „Noch haben wir in unserer Gemeinde und an der Schule keine alarmierenden Nachwuchsprobleme, doch natürlich bemerken auch wir die sinkende Zahl der Neuanfänger.“

Dabei bemüht sich Thorsten Gräf vor allem in der Schülerband um einen abwechslungsreichen und angepassten Unterricht. Deswegen arrangiert er für die Schülerband alle Stücke selbst – jeweils dem musikalischen Können der einzelnen Schülerinnen und Schüler angepasst.

Als Leiter der Obersuhler Blasmusik arbeitet Thorsten Gräf ausschließlich mit gekauften Noten, die von ihm aufbereitet und mit den Musikern einstudiert werden. „Jedes Jahr nehmen wir rund fünfzehn neue Stücke in unser Repertoire auf.“

Auch kreative Ideen zur Präsentation auf der Bühne sind gefragt. „Unsere Konzerte sollen das Publikum auch optisch ansprechen“, so Gräf. „Da kann es auch schon mal passieren, dass in Schläuche oder ein Aquarium geblasen wird.“ Demgegenüber geht es im evangelischen Posaunenchor eher konservativ zu. Im Standardrepertoire sind vor allem Choräle, bekannte Volkslieder, eingängige Melodien und auch mal ein schmissiger Marsch.

Quelle: HNA

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