Augenoptikermeister Wolfgang Schneider steht im Dienst der guten Sache

Ein engagierter Anreger

67 und kein bisschen leise: Wolfgang Schneider – dahinter die Bebraer Auferstehungskirche. Foto: Apel

BEBRA. Sein Vater stammt aus dem Vogelsberg und ließ ihm eine streng katholische Erziehung angedeihen. Seine Mutter kam in Bremerhaven auf die Welt. Er selbst wurde in Fulda geboren. Und in Rotenburg verliebte er sich als Soldat der Luftwaffe im Parkcafé in eine Bebranerin.

Wolfgang Schneider passt in keine Schublade. Auch wenn der Augenoptikermeister wegen seiner nach wie vor unüberschaubaren Zahl von ehrenamtlichen Aktivitäten überall bekannt ist, überrascht es immer wieder, wenn er von sich und von dem, was er gerade macht, erzählt. Es ist nicht nur das Organisieren großer Wohltätigkeitskonzerte mit dem Heeresmusikkorps 2, das ihn umtreibt und das ihm gerade jetzt - kurz vor dem am Donnerstag, 5. September, 19.30 Uhr in der Bebraer Großsporthalle stattfindenden Benefizkonzert zugunsten seelisch verwundeter Bundeswehrsoldaten - sehr viel Engagement abverlangt.

Schneider ist auch im Kleinen für andere Menschen da. So fährt er beispielsweise schon viele Jahre lang mit der Tanzgruppe „Flotte Sohle“ der Bebraer Sozialen Förderstätten für Behinderte zum Hessentag. Vorzugsweise mit der Sängerin und Entertainerin Edwina de Pooter, die für die Bebraer Behinderten fast schon so etwas wie eine Freundin ist und die auch Stargast des Benefizkonzerts sein wird.

Angefangen hat Schneiders karitatives Engagement vor fast 30 Jahren. Mit einer Drehorgel sammelte er bei einer Weihnachtsaktion der Handels- und Gewerbevereinigung Bebra 10 000 Deutsche Mark für die Aktion Sorgenkind. „Das war die Keimzelle für all mein weiteres Tun!“, erzählt der 67-Jährige. Mit dem örtlichen Lions-Club holte er die Big Band der Bundeswehr nach Rotenburg. „Dabei kam so viel Geld zusammen, dass ich schnell gemerkt habe, dass man etwas bewegen kann, wenn man nur will!“

Prominente Schirmherren

Jeder Konzertgast kann sicher sein, dass sein Obolus zu 100 Prozent „ankommt“. Denn für alle anfallenden Kosten, insbesondere für die Gema-Gebühren, wirbt Wolfgang Schneider Sponsorengelder und Vorab-Spenden ein. Dabei zahlt es sich aus, dass sich immer wieder Prominente bereit erklären, die Schirmherrschaft der Konzerte zu übernehmen und Schneiders Anliegen unterstützen.

Seine eigentlichen geschäftlichen Aktivitäten hat der Augenoptikermeister kurz vor seinem 65. Geburtstag reduziert. Nicht ganz freiwillig, denn eine schwere Krankheit zwang ihn, kürzer zu treten.

Jetzt ist er froh, dass alles geregelt ist und dass er hin und wieder „ehrenamtlich“ für seinen Sohn Roman, der die bestehenden Geschäfte übernommen hat, und seine Tochter Anika, die sich in Heinebach neu etabliert hat, arbeiten darf. Und dass er mehr Zeit hat für seine Frau Doris und seinen behinderten Sohn Peter. „Peter hat von der Gesellschaft so viel Unterstützung erfahren, dass ich gerne etwas zurückgeben möchte!“

Menschen sollen helfen

Mit seinen Mitstreitern - allen voran Diether Bostelmann und Dieter Leinweber – sieht sich der immer mit einer schicken Brille daherkommende, aber doch bescheiden auftretende Schneider als Anreger, etwas für seine Mitmenschen zu tun. Sein Wunsch ist es, dass immer mehr Menschen denken: „Ich könnte doch eigentlich auch helfen!“

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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