Engagierte Entdeckerin: Lisa Heckeroth leitet seit einem Jahr das Kreisheimatmuseum

Museumsleiterin mit Leidenschaft: Lisa Heckeroth vor einem Webstuhl im Kreisheimatmuseum. An dem Gerät entstand einst der Leinenstoff, der große wirtschaftliche Bedeutung für die Region hatte. Foto: Meyer

Rotenburg. Lisa Heckeroth vermag es, den Ausstellungsstücken Leben einzuhauchen. Wer mit ihr einen Rundgang durchs Kreisheimatmuseum unternommen hat, der zweifelt nicht, wenn sie sagt: „Ich liebe dieses Museum.“

Seit nunmehr einem Jahr leitet die 29-Jährige das Museum im sogenannten Weißen Haus neben dem Rotenburger Schloss.

Eine richtige Rotenburgerin ist Lisa Heckeroth nach eigenem Bekenntnis. Das, was im Museum dokumentiert wird, „das ist ja auch meine Geschichte“, sagt sie. Nach dem Biologiestudium in Göttingen kehrte sie nach Rotenburg zurück, übernahm die Museumsleitung und machte sich mit den verschiedenen Abteilungen vertraut. „Ich war beeindruckt.“

Wenn Heckeroth durchs Haus führt, dann wird ihre Begeisterung spürbar. Da sind die 580 Millionen Jahre alten Spuren, die kleine Saurier in Cornberger Sandsteinplatten hinterlassen haben. Lisa Heckeroth tippelt mit den Fingern über die wertvollen Fundstücke. Da sind, aus rotem Wachs, die Siegel Rotenburger Handwerkszünfte. Da sind die Bäumchen, die Eltern zur Erinnerung aus den Haaren ihrer verstorbenen Kinder gebastelt haben. Da sind Sense, Butterfass, Bienenkorb, Zeugnisse früherer Landwirtschaft. Wenn Kinder ins Museum kommen, dann erklärt Lisa Heckeroth, dass Honig früher das einzig Süße für die Menschen war.

Überhaupt profitieren Kinder von Heckeroths Engagement. „Im Museum ist eine Schatzkarte aufgetaucht“, sagt sie augenzwinkernd. Im nachgebildeten Schwerspat-Stollen finden Kinder mit Glück einen schweren Eisenschlüssel, der später, nach der Mutprobe im Naturkundebereich, wie magisch ins Schloss einer Truhe voller Edelsteine passt. Klar, dass jedes Kind das schwere hölzerne Joch über die Schultern legen darf, mit dem meistens Frauen früher Fuldawasser holten. Dann sagt Lisa Heckeroth, dass es früher keine Leitungen und Wasserhähne gab.

Noch heute hat Lisa Heckeroth den Entdeckerblick im Gesicht, wenn sie durch den naturkundlichen Bereich mit den Tierpräparaten geht. Heckeroth ist auch ausgebildete Museumspädagogin. Das Museum sei ein Kleinod mit tollen Exponaten. Museumspädagogik wiederum, sagt sie, „ist das, was man daraus macht.“

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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