Publikum war begeistert

Ellies Saal: Frieda Braun erklärte die Welt

Sie hat sich fein gemacht: Frieda Braun empfing am Freitag und am Samstag die Geburtstagsgäste ihres Mannes Erwin in Ellis Saal.

Weiterode. Jetzt kennen wir sie alle – Frieda Brauns Freunde aus Winterberg: Kollekten-Aga aus der Splittergruppe der katholischen Frauen, die immer etwas streng nach Eukalypthus riecht, das Franziska, das aus dem Handarbeitsraum einen Computerraum gemacht hat und jetzt eigenhändig Trojaner vertreiben kann.

Und das Lenchen, das die Lebensversicherung ihres Clemens’ in Schönheits-Operationen steckt und nach der Gesichtsstraffung immer etwas erstaunt in die Welt guckt.

Nur Friedas Mann Erwin fehlte am Wochenende in Ellis Saal in Weiterode. Dabei sollte doch sein Geburtstag in Bebra gefeiert werden – dort, wo er seine wilde Jugend verbracht hatte.

Zweimal ausverkauft

Die Gäste – es waren viel mehr gekommen, als Frieda eingeladen hatte – vermissten Erwin nicht wirklich, zumal er sich inzwischen ein bisschen hängen lässt, wie Frieda erzählt. Früher hat er sich wenigstens noch die Haare aus Ohren und Nase getrimmt.

An zwei Abenden konnte sich der Kulturverein Ellis Saal über ausverkaufte Reihen freuen. Karin Berkenkopf, besser Frieda Braun, hat sich mit ihren lustigen Alltagsbeschreibungen eine große Fangemeinde erspielt – viele aus der Gruppe „Silver Server“. Das sind die Älteren, die einen Computerkurs belegt haben, erklärt Frieda.

Stilberatung

Frieda selbst und ihre Freundinnen haben einen Kurs in Stilberatung hinter sich. Da hat Kollekten-Aga zum Beispiel gelernt, dass sie bei Partys durchaus noch rückenfrei tragen kann. Ha, ausgerechnet Kollekten-Aga – wo die doch höchstens mal zur Tupperparty eingeladen wird.

Das Carola weiß nun, dass es ein heller Frühlingstyp ist und hat gleich seine Garderobe angepasst. Ihr Bernd wollte nicht mitmachen. Er bevorzugt beige-braun und sitzt immer im Sessel wie ein Erdferkel. Das Carola hat ihn jetzt ausgewildert.

Geburtstagskuchen: Rolf, links, und Markus aus dem Publikum bekamen ein Stückchen ab. Fotos: Schäfer-Marg

Beziehungsalltag, Handy-sucht, Sendungen im Privatfernsehen, Lebensmittelskandale und die Probleme des Alterns – Frieda Braun kennt alles und hat zu allem eine Meinung. Die präsentiert sie zum Vergnügen des Publikums mal naiv, mal mit einer gehörigen Portion Bauernschläue und gerne auch mit Wortverdrehungen.

Gelächter und Applaus wollen nicht enden, wenn sie erklärt, warum es gut ist, dass Winnetou stirbt. Der hatte ja keine Frau und hätte im Alter vermutlich als schrulliger Hagestolz bei Schwester Nscho-Tschi und Schwager Old Shatterhand gelebt. Und dann wohl jeden Abend im Jogginganzug vor dem Fernseher gesessen und nicht nach Pferd, sondern nach der eigenen „Inkompetenz“ gerochen.

Gute Gäste wissen, was sich nach einem schönen Abend gehört: Vielen Dank, Frieda. Und grüß’ Erwin von uns.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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