Eklat in Stadtverordnetensitzung um Pläne in Alt-Bebra

Die fragliche Fläche: Blick vom Getränkemarkt aus zur ehemaligen Gärtnerei Sprenger, deren Gewächshäuser verfallen. Foto:  ank

Bebra. Zu einem Eklat kam es in der jüngsten Stadtverordnetensitzung in Bebra. „Total undemokratisches Verhalten" bescheinigte Stadtverordnetenvorsteher Herbert Börner dem Bürgermeister.

Uwe Hassl hatte kurz zuvor einen von ihm initiierten Antrag zurückgezogen, in dem es um die Pläne eines Investors ging. Dieser wollte „Im Bilder“ 13 neue Wohnungen und einen weiteren Discounter bauen (wir berichteten).

In den Ausschüssen waren diese Pläne bereits auf breite Ablehnung gestoßen. Ein weiterer Discounter außerhalb des Innenstadtrings widerspreche der langjährigen erfolgreichen Strategie Bebras, die Mitte zu stärken, so das Hauptargument. Nachdem Hassl im Parlament nochmals alle seine Argumente für das Projekt vorgetragen hatte, zog er den Antrag überraschend zurück mit der Begründung, er wolle ihn bis nach der Kommunalwahl auf Eis legen.

Die Stadtverordneten waren empört, denn das hieß, dass sie keine Gelegenheit haben würden, sich zu äußern. Die Sitzung wurde daraufhin unterbrochen und der Ältestenrat einberufen. Das Ergebnis war ein offenbar gut vorbereiteter Antrag der CDU-Fraktion, der mit breiter Mehrheit neu auf die Tagesordnung gesetzt wurde.

Stadt soll Grundstück kaufen 

Danach soll die Stadt selbst das brach liegende Grundstück „Im Bilder“ (ehemalige Gärtnerei Sprenger) erwerben, damit hier Wohnungen gebaut werden können. Zudem soll die Stadt mit Investoren sprechen, die hier Wohnraum errichten wollen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Thorsten Strippel sprach von einer klaren Linie, die die Stadt seit Jahren verfolge: Die Stärkung der Innenstadt. Auf Initiative von Christina Kindler (SPD) wird der Antrag nun zunächst in den Ausschüssen beraten. Diese Lösung fand die Unterstützung des gesamten Parlaments.

Die ursprünglichen Pläne sahen vor, dass der Bekleidungmarkt „kik“ in das leerstehende Gebäude von Aldi umzieht und neben dem Logo-Getränkemarkt ein neuer Discounter sowie Wohnungen entstanden wären. Diese Lösung sei ohnehin nicht denkbar, weil Aldi das Gebäude gar nicht an den Investor abgeben würde, wenn nebenan ein Discounter gebaut würde, wusste Bernd Holzhauer (SPD) aus sicherer Quelle zu berichten. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass andere mehr wissen als ich“, sagte Hassl dazu.

Ein erst zwei Jahre altes Gutachten im Auftrag der Stadtentwicklung Bebra zitierte Thorsten Bloß (CDU): Darin wurde empfohlen, keine weiteren Märkte im fraglichen Gebiet zuzulassen.

Der Eigentümerin des Grundstücks sei Schaden entstanden, sagte Herbert Börner. Sie hatte bereits im Frühjahr einen Interessenten, der hier bauen wollte. Dann kam der neue Investor, der glaubhaftes Interesse an der Wiederbelebung des Aldi-Gebäudes zeigte. Von einem weiteren Discounter war gegenüber der Eigentümerin jedoch nicht die Rede, erklärte diese auf Anfrage.

Neben aller Kritik an Alleingängen des Bürgermeisters, der in der Öffentlichkeit nur seine Sicht darstelle, gestand Volkmar Hanf (Gemeinsam für Bebra) ihm salomonisch zu, eine Entwicklung in Alt-Bebra angestoßen zu haben.

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Quelle: HNA

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