Aufführung in Eschwege war nicht von Disney lizensiert

Eiskönigin-Aufführung: Ärger auch am nächsten Spielort

Sorgten bei Erwachsenen für Ärger, bei Kindern für Grusel: Schauspieler und Figuren der Aufführung „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ in der Eschweger Stadthalle. Archivfoto: Kaiser

Bad Hersfeld/Eschwege. Die stark kritisierten Aufführungen der "Eiskönigin" in der Stadthalle Bad Hersfeld und der Eschweger Stadthalle Ende Dezember ziehen größere Kreise. Auch außerhalb unserer Region ist man verstimmt.

Der nächste Spielort

Viele erzürnte Besucher hatten nach dem Stück, das als zu kurz, zu teuer und zu amateurhaft kritisiert wurde, im Internet ihrem Ärger Luft gemacht. Einige informierten Zeitung und Veranstaltungsort in Siegen, wo das Theater am 23. Januar gastiert.

„Manche haben sich bereits an den Vorverkaufsstellen gemeldet, weil sie Karten zurückgeben wollen“, sagt eine Redakteurin der Siegener Zeitung, die sich bei unserer Zeitung über die Geschehnisse informieren wollte. Demnach seien dort die zwei Aufführungen mit insgesamt 1600 Karten ausverkauft.

Auf einer Veranstaltungsseite im sozialen Netzwerk Facebook warnen Besucher aus Bad Hersfeld und Eschwege vor dem Stück.

Die Ermittlungen

Nachdem die Polizei in Eschwege nach einer Aufführung zur Stadthalle gerufen wurde, liegen inzwischen fünf Anzeigen wegen versuchten Betruges vor. Zwei davon sind online, drei weitere direkt in der Polizeidirektion erstattet worden. Das bestätigt Polizeisprecher Reiner Lingner.

Bei der Staatsanwaltschaft in Kassel sind die Anzeigen bis gestern noch nicht eingegangen. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft, konnte sich daher noch nicht zum Sachverhalt äußern.

Die Staatsanwaltschaft in Fulda hatte bereits erklärt, dass sie den Fall als strafrechtlich nicht relevant einstuft. Daher wären nur zivilrechtliche Klagen wegen Minderleistung gegen den Veranstalter möglich.

Das sagt Disney

Verärgerte Zuschauer haben sich an den Disney-Konzern gewandt, der die Rechte am Film „Die Eiskönigin“ besitzt. Aus einem Emailverkehr, der unserer Zeitung vorliegt, geht hervor, dass die Aufführung in Eschwege nicht lizensiert war. „Wir gehen dem Fall nach“, heißt es darin.

Für ein offizielles Statement war am Dienstag bei Disney niemand zu erreichen. „Zwischen Neujahr und den Heiligen Drei Königen ist das bei uns immer schlecht“, sagte ein Servicemitarbeiter. Unter mehreren Nummern der Rechtsabteilung hieß es: „Eine Verbindung kann nicht aufgebaut werden.“

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Quelle: HNA

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