Erörterungstermin zum geplanten Energieprojekt Gaishecke im Seulingswald

18 Einwände zur Windkraft

Bad Hersfeld. Ein mehrstündiger Erörterungstermin in Sachen Windkraft fand gestern in der Außenstelle des Regierungspräsidiums Kassel im Behördenhaus am Bad Hersfelder Hubertusweg statt. Dabei ging es um insgesamt 18 Einwände gegen das geplante Windparkprojekt der Bürgerwind Gaishecke GmbH & Co. Betriebs KG im Seulingswald.

Der Investor beabsichtigt, in dem riesigen Waldstück insgesamt 16 Anlagen zu errichten. Im Norden grenzt Hönebach, im Nordosten Kleinensee, im Südosten Bengendorf und im Südwesten Herfa an das Windpark-Waldstück an. Jeweils zwei Windräder würden in den Gemarkungen Friedewald und Wildeck stehen sowie zwölf auf dem Gebiet der Stadt Heringen. Das jeweils erste Windrad würde 1250 Meter von Herfa entfernt, 1600 Meter vor Kleinensee und 1900 Meter vor Hönebach stehen.

RP muss entscheiden

Nun ist es an der Behörde, zu entscheiden, ob dieses Gesamtprojekt in seiner vorgesehenen Form zu errichten sein wird. Während der Erörterung wurden die 16 von Privatleuten eingereichten Bedenken sowie die der beiden Verbände Naturschutzbund (Nabu) und Naturkundliche Gesellschaft Mittleres Fuldatal besprochen.

„Im November 2014 haben uns alle Unterlagen vorgelegen. Von da an haben wir sieben Monate Zeit, über die Genehmigung zu entscheiden“, erklärt Wolfgang Weber, Verhandlungs- und Verfahrensführer des Regierungspräsidiums in dem aktuellen Windkraftverfahren. Somit müsste spätestens bis zum Juni bekannt sein, ob die Anlagen errichtet werden oder nicht. Eine weitere zeitliche Verzögerung sei möglich, wenn eine Fristverlängerung aufgrund weiterer Untersuchungen notwendig werde, merkte der Mann vom RP an.

Gestern durften sich die Bedenkenträger noch einmal explizit zu ihren Befürchtungen hinsichtlich Schattenwurf, Lärm und vielen Dingen mehr äußern.

Aufgrund weiterer vorgesehener Windparkprojekte auf dem Waltersberg bei Herfa sowie an der Autobahn 4 gehen Skeptiker davon aus, dass der Heringer Stadtteil schon bald komplett von Windkraftanlagen umzingelt sein könnte.

Ohne Öffentlichkeit

Direkt darauf angesprochen, dass gerade die Diskussion um den Waltersberg fast schon unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinde, machte Weber deutlich, dass 19 Anlagen, ohne vorher die Öffentlichkeit gehört zu haben, genehmigungsfähig seien.

Auf dem Waltersberg will die Firma Enercon GmbH aus Burgwedel zehn Windräder errichten. Aktuell befinde sich das Projekt noch im Genehmigungsverfahren. Projektleiter Hans-Heinrich Behrens geht von einem frühestmöglichen Baubeginn im Herbst aus. „Es wird aber wohl eher Frühjahr 2016“, erklärt Behrens.

Bei den Anlagen an der Gaishecke handelt es sich um Nordex N 117-Anlagen mit einer Nabenhöhe von 141 Metern und einem Rotordurchmesser von 117 Metern. Die Leistung liegt bei 2,4 Megawatt.

Auf dem Waltersberg sollen Anlagen vom Typ Enercon E-101 mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und einem Rotordurchmesser von 101 Metern gebaut werden. Die Nennleistung beträgt 3 Megawatt.

Von Mario Reymond

Quelle: HNA

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