„Osthessen gegen den Schlaganfall“ untersucht Patienten im eigenen Bus

Einsteigen zur Vorsorge

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Einfach mal durchchecken lassen: (von links) Margit Wesinger lässt sich von Gaby Kükenshöner, Ansprechpartnerin der neurologischen Akutklinik und Lena Schindewolf, der Auszubildenden zur medizinischen Fachangestellten, den Blutdruck messen.

Rotenburg. Das Blutdruckmessgerät schnürt sich um Margit Wesingers Oberarm. Sie wird gerade im Vorsorge-Bus des Projekts „Osthessen gegen den Schlaganfall“ untersucht.

„Ich will mich einfach mal durchchecken lassen“, erzählt die 75-Jährige, bevor es zum Ultraschall an der Halsschlagader geht. Mit dem Ultraschall kann man Probleme in diesem wichtigen Blutgefäß erkennen. „Bei dem Ultraschall sieht man Engstellen in der Halsschlagader. Sie zweigt sich am Hals und versorgt das Gesicht und das Gehirn mit Blut. Wenn dort Engstellen zu sehen sind, ist das Risiko für einen Schlaganfall erhöht“, sagt Daniel Gleichmann, Chefarzt der Inneren Medizin im Kreiskrankenhaus in Rotenburg.

Oben im Doppeldeckerbus untersucht Andreas Nachtmann, Chefarzt der Neurologie des Herz- und Kreislaufzentrums in Rotenburg gerade Achim Wilutzkis Blutfluss in der Halsschlagader. Hier funktioniert das aber nicht wie bei seinem Kollegen optisch, sondern akustisch. Es ist ein Pfeifgeräusch zu hören. „Das Geräusch ist normal, alles ist in Ordnung. Wenn das nicht der Fall wäre, dann wäre das Geräusch höher und schärfer, weil die Blutplättchen sich ihren Weg durch eine engere Stelle suchen müssten“, erklärt Nachtmann.

„Ich lass mich untersuchen, weil ich auf dem Risiko-Test drei Risiko-Punkte erreicht habe“, sagt Wilutzki. Der Test, der Fragen enthält, ob der Patient raucht oder Diabetes hat, gehört wie die Körperfettmessung und die Blutdruckmessung zur Vorbereitung auf die Untersuchung.

„Wir verweisen Leute mit einem erhöhten Risiko wieder an den Hausarzt, denn bei einem Schlaganfall muss es schnell gehen, um Patienten so effektiv wie möglich zu behandeln“, sagt Dr. Andreas Nachtmann. Man wolle die Menschen für das Problem Schlaganfall sensibler machen. Deshalb erhalten sie im Bus eine Untersuchung, auf die sie sonst warten müssten. Und diese Chance ergreifen viele Menschen gern, denn vor dem Doppeldecker hat sich eine Schlange gebildet. Der Untersuchungs-Bus, der vom 3. Mai bis zum 19. Juni durch Osthessen fährt, ist aber nur ein Teil des Projekts.

Neben dem Bus wird am Samstag, 2. Juni, in der TV-Ecke des Dr. Durstewitz-Hauses des Herz- und Kreislaufzentrums noch der Film „Am seidenen Faden“ gezeigt. Der Film beschäftigt sich mit einem Schlaganfall, der eine junge Liebe in den Ausnahmezustand bringt.

Auch ein Arzt-Patienten-Seminar zum Thema „Schlaganfall – von der Prophylaxe bis zu Behandlung“ wird am Samstag, 9. Juni von 15 bis 18 Uhr in der Göbel Hotels Arena angeboten. (mad)

Seinen nächsten Stopp macht der Untersuchungs-Bus am kommenden Samstag, 26. Mai, von 10 bis 16 Uhr auf dem Linggplatz in Bad Hersfeld.

Quelle: HNA

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