Konfirmandenunterricht findet in Bebra seit zehn Jahren nicht mehr wöchentlich statt

Nur einmal im Monat

„Ja“ zum Glauben sagen die Jugendlichen bei ihrer Konfirmation. Unser Bild zeigt die Bebraer Konfirmanden des Jahres 2011. Foto: nh

Bebra. Vor der Feier ist Lernen angesagt: Wenn in der Zeit zwischen Palmsonntag und Pfingsten in den Kirchen der Region zahlreiche Jungen und Mädchen konfirmiert werden, haben sie in der Regel mindestens ein Jahr wöchentlichen Konfirmandenunterricht hinter sich.

In Bebra allerdings ist der Konfirmandenunterricht seit zehn Jahren anders organisiert. Dort treffen sich die Konfirmanden nur einmal im Monat – an einem Samstag von 9.30 bis 15 Uhr. „Halber Tag statt jede Woche“, nennt Pfarrer Johannes Nolte dieses Konzept.

Unter Situation gelitten

„Die Konfirmanden können sich nichts Schöneres vorstellen, als nach einem langen Schultag auch noch Unterricht beim Pfarrer zu haben“, scherzt Johannes Nolte. Unter dieser Situation habe er sehr gelitten, erzählt der Pfarrer, der im Kirchenkreis Rotenburg auch Konfirmationsbeauftragter ist. Das Konzept, für das sich Nolte deshalb entschied, war in anderen Landeskirchen bereits erprobt.

„Die Jugendlichen sollen eine gute Zeit verbringen und eine positive Erfahrung mit der Kirche machen“, beschreibt Nolte das Konzept der Konfirmandentage. Das sei wichtiger als stumpfes Auswendiglernen. Lernen für die Konfirmandenprüfung gehöre aber weiterhin dazu, sagt der Pfarrer. Gestaltet werden die Konfirmandentage nicht nur vom Pfarrer, sondern auch von ehrenamtlichen Erwachsenen und Jugendlichen Helfern. Behandelt werden dabei nicht nur heitere, sondern auch ernste Themen, etwa der Tod. Bei den Jugendlichen kämen die Konfirmandentage in der Regel gut an, auch wenn manch einer dies in der Gruppe nicht offen zugeben wolle. Durch verkürzte Gymnasialzeit und Ganztagsschule werde es für die Kirche zunehmend schwieriger, den Konfirmandenunterricht unter der Woche aufrecht zu erhalten, ist sich Johannes Nolte sicher. So sei bei den Siebtklässlern der einstmals freie Donnerstag weggefallen.

 Auch Vereine weichen aus

Das Bebraer Samstagsmodell habe allerdings den Nachteil, dass auch Vereine verstärkt auf diesen Tag auswichen. Mit langfristigen Terminlisten und „Joker-Tagen“, an denen die Konfirmanden dem Unterricht fern bleiben dürfen, werde versucht, dieses Problem zu lösen. Neben dem Samstagsmodell gebe es in der Kirche auch Bestrebungen, den Konfirmandenunterricht in die Schule zu integrieren. „Viele meinen aber, dass die Kirche nicht mehr genügend erkennbar sei“, sagt Johannes Nolte.    Auch für die Zeit nach der Konfirmation macht die Kirche in Bebra den Jugendlichen ein Angebot: Ein Kompetenztraining, bei dem die Jugendlichen Gleichaltrige Treffen und gleichzeitig erste Erfahrungen in der Jugendarbeit sammeln können.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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