Einkaufszentrum in Bebra: Das „be!“ feiert Einjähriges

Nach einem Jahr: Das „be!“ hat sich gut eingefügt in die Stadtmitte Bebras. Ganz überwiegend gefällt das Einkaufszentrum den Bebranern und ihren Gästen. Links daneben das stadtbildprägende Haus Semms Ecke, das erhalten wurde. Foto: Schankweiler-Ziermann

Bebra. Ein Jahr alt wird das „be!", das  Einkaufszentrum mit dem ungewöhnlichen Namen  in der Bebraer Innenstadt. Zum ersten Geburtstag sprachen wir mit den Geschäftsführer der Stadtentwicklung Bebra (SEB), wie sich das „be!“ entwickelt hat.

Ein Jahr „be!“ - haben sich die Erwartungen seitens der SEB als Eigentümer erfüllt? 

Knoche: Da wir keine Erfahrungswerte hatten, wussten wir eigentlich nicht, wie das „be!“ ankommen würde. Nach dem ersten Jahr kann ich aber sagen, dass es gut angelaufen ist. Wir lernen täglich dazu, insbesondere was Werbung, Immobilienbetreuung und Ähnliches angeht.

Sind inzwischen alle Läden vermietet? 

Knoche: Nein, etwa 130 Quadratmeter stehen noch leer. Eigentlich war diese Fläche für eine Metzgerei vorgesehen, aber das gestaltet sich schwerer als gedacht. Die Investitionskosten im Gastrobereich sind relativ hoch, und deshalb hat sich bisher keiner getraut. Vielleicht auch, weil potenzielle Mieter nicht das Vertrauen in den Standort hatten, wie wir selbst. Nun zeichnet sich aber eine andere gute Lösung ab. Die Entscheidung fällt in den kommenden Wochen.

Sind Sie mit dem Sortiment zufrieden oder fehlt noch etwas, zum Beispiel DVDs, Spielwaren...? 

Knoche: Mehr ist immer schön, allerdings, was fehlt Bebra? Man muss immer realistisch bleiben. Bebra hat rund 13 500 Einwohner. Das Sortimentsangebot im „be!“ und in der Gesamtstadt ist für diese Größenordnung schon mehr als gut. Spielzeug gerne, allerdings unerfüllbar. Der Druck vom Internet ist zu groß. Jeder, der es wünscht, möge sich fragen, wie oft er Spielzeug wirklich im stationären Handel kauft.

Welche Resonanz haben Sie bisher von den Geschäftsleuten bekommen? 

Knoche: Die Resonanz ist bisher positiv, Zahlen kenne ich aber verständlicherweise nicht.

Man hört immer wieder die Kritik, dass die Geschäftsleute ins „be!“ umgezogen sind und jetzt in der Nürnberger Straße und den Seitenstraßen die Läden leer stehen. Hatten Sie das so erwartet?

Knoche: Was ist besser: ein kompletter Wegfall des Sortiments in der Innenstadt oder ein Umzug ins „be!“? Mindestens zwei Umzieher standen vor der Entscheidung, komplett zu schließen. Nun haben sie ihr Sortiment und ihre Verkaufsfläche verdoppelt. Was ist daran schlecht für den Standort Bebra?

Ein Geschäft davon ist bereits wieder vermietet, eins öffnet in den kommenden Tagen, eins wird vom Inhaber selbst mit einem erweiterten Sortiment betrieben, beim letzten kann ich den Willen des Eigentümers nicht erkennen. Ohne Investitionen geht es nicht.

Sie meinen, einige Vermieter haben sozusagen ihre Hausaufgaben nicht gemacht? 

Knoche: Wo über 20 Jahre kein Cent in die Instandhaltung geflossen ist, kann man nicht erwarten, dass Mietinteressenten Schlange stehen. Trotzdem versuchen wir über ein neues Programm des Landes Hessen (IngePlus) uns gemeinsam mit der HGV und Immobilieneigentümern zu bewerben, um den Innenstadtbereich weiter zu attraktivieren. Denn wir haben nicht nur das „be!“ im Auge, sondern sehen die gesamte Innenstadt als ein Kaufhaus. Teile davon sind mit und andere ohne Dach. So werden zum Beispiel in den kommenden Wochen ein Universalgeschenkgutschein und ein Regenschirmleihsystem an den Start gehen. Getreu unserem diesjährigen Ab-in-die-Mitte-Motto „Alle(s) unter einem Dach“.

Hatten Sie erwartet, dass das „be!“ auch als Veranstaltungsort dienen würde? 

Knoche: In dieser Form nicht. Die Hoffnung hatten wir, dass sich der untere Bereich zu einer Art Forum entwickelt und sich Menschen hier treffen. Solche Möglichkeiten hatten wir bisher nicht. Es ist schön, zu sehen, dass Vereine nun mit eigenen Ideen auf uns zukommen. Platzkonzert, HNA-Lesertreff, Autorenlesung, Flash-Mobs - und für das kommende jahr gibt es bereits neue Überlegungen. Ich denke, dass der gesamte Außenbereich bis hin zum Amalienplatz gewonnen hat.

So viele Menschen, die bei schönem Wetter in einem der Cafés sitzen, hat es in Bebra - zumindest in meinen elf Jahren, die ich Bebra kenne, noch nicht gegeben. Und das Schöne ist, dass sich dies bis zum Hessischen Hof und zum Anger erstreckt. Auch nach Ladenschluss ist abends wieder etwas los in Bebra.

Quelle: HNA

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