Diskussion seit 2011

Einkaufsmarkt für Lispenhausen: Investor nimmt neuen Anlauf

Einkaufsmarkt: Auf diesem Grundstück am Ortsausgang von Lispenhausen soll ein Netto-Markt entstehen. Archivfoto: Schäfer-Marg

Lispenhausen. Lange Zeit glaubte niemand mehr daran, doch jetzt steht das Thema Einkaufsmarkt für Lispenhausen erneut auf der Tagesordnung. Ein Investor aus Neukirchen plant den Bau eines Netto-Marktes am Ortsausgang in Richtung Rotenburg.

Der Ortsbeirat unterstützt das Engagement mit großer Mehrheit und empfiehlt dem Magistrat, das Projekt ebenfalls zu befürworten.

Genau darum geht es dem Investor: Er wünschte noch einmal ein grundsätzliches Ja der Stadt zum Projekt. Das Grundstück liegt direkt im Anschluss an das Wohnhaus von Ortsvorsteher Manfred Knoch, deshalb verließ dieser den Raum während der Debatte, um einem möglichen Widerstreit der Interessen vorzubeugen.

Einzig Günter Münch (CDU) lehnte den Bau des Marktes ab mit dem Hinweis, es gebe in der unmittelbaren Nähe des Dorfes ausreichend Einkaufsmärkte. Außerdem wollte er geklärt wissen, ob das Projekt mit dem geplante Bau der Umgehungsstraße vereinbar sei. Diese sollte in der Nähe des Grundstücks wieder zurück auf die Bundesstraße geführt werden.

Beantworten konnte diese Frage niemand in der Sitzung. Die übrigen Ortsbeiratsmitglieder waren sich allerdings einig, dass der mit 2400 Einwohnern größte Stadtteil einen Einkaufsmarkt braucht - auch mit Blick auf die Bewohner der benachbarten Haselgrund-Dörfer, die ebenfalls ohne Läden sind. Adolf Iba (CDU) erklärte: „Wir haben lange genug um einen Einkaufsmarkt gekämpft. Wenn sich ein Investor engagieren will und unternehmerisch so mutig ist, sollten wir das unterstützen.“ Es gebe zwar Einkaufsmärkte in der Nähe, aber der Ortsbeirat müsse auch an die Menschen denken, die nicht mehr mobil sind und einen Markt benötigen, den sie auch zu Fuß erreichen könnten.

Elke Schellhase (SPD) sieht das ähnlich: „Wir sind die Alten von morgen, die mit dem Rollator einkaufen müssen. Wir sollten froh sein, dass sich jemand engagieren will.“ Peter Müller (SPD) dankte Ortsvorsteher Knoch noch einmal ausdrücklich für dessen Bemühungen, einen Einkaufsmarkt ins Dorf zu bekommen.

2011 waren die Pläne für einen Discounter-Markt zuletzt diskutiert worden. Zwischenzeitlich war das Projekt ins Stocken geraten. Der Magistrat wird sich in der nächsten Woche mit dem Thema befassen, erklärte Bürgermeister Christian Grunwald auf Anfrage.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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