Nentershäuser Wehren probten beim Gemeindefeuerwehrtag den Einsatz nach einem schweren Verkehrsunfall

Eingeklemmt und umgeworfen

MÖNCHHOSBACH. Der ohrenbetäubende Lärm der Sirene von Mönchhosbach vermittelte den Eindruck: Das hier ist kein Spaß. Die Wehren der Gemeinde Nenterhausen probten beim Gemeindefeuerwehrtag in Mönchhosbach den Ernstfall. Das Szenario: Bei einem Verkehrsunfall war ein Auto auf die Seite gefallen, ein anderes daneben zum Stehen gekommen.

Die Autoverwertungsfirma Ladner aus Sontra hatte zwei Fahrzeuge zur Verfügung gestellt, die, zerbeult, zerkratzt und mit gesplittertem Glas, einen bedrückenden Eindruck vermittelten. Zunächst traf das Rettungsteam des Deutschen Roten Kreuzes ein und entdeckte eine leblose Person in dem umgeworfenen Auto und zwei Verletzte in dem anderen Fahrzeug.

Aufbruch mit Bolzenschneider

Während der eine Verletzte, verkörpert von Paul Kaupenjohann, von den Sanitätern in Sicherheit gebracht werden konnte, war der andere, im echten Leben Florian Wolf, im Fahrzeug eingeklemmt. Unter Sirenengeheul trafen nach und nach die Fahrzeuge mehrerer Wehren ein. Gut durchorganisiert gingen die Brandschützer ans Werk: Sie stabilisierten das umgefallene Auto mit Leitern und bereiteten die Karosserie des anderen Autos darauf vor, mit dem Bolzenschneider aufgebrochen zu werden. Mit den noch zusammengerollten Schläuchen stützten die Männer und Frauen das stehende Auto. Die Fensterscheibe verklebten die Helfer dafür mit Paketband, um den Eingeklemmten zu schützen. Der bekam zudem eine Decke und eine Plane übergeworfen. Dann barst die Metallverkleidung des Autos.

Die Zuschauer bestaunten die Rettungsaktion, die Wehrführer Wolfgang Kulks mit dem Megafon kommentierte.

Für weitere Übungen hatten sich die Mönchhosbacher Feuerwehrleute drei Szenarien ausgedacht: Nach einem Reitunfall galt es, den heruntergefallenen Reiter von einer steil abfallenden Böschung zu retten. Das zweite Szenario: Zwei Kinder hatten im Haus mit Feuer gespielt und versteckten sich nun, nach Ausbruch eines Brandes, im Keller in einem Schrank. Um das Feuer zu löschen, mussten die Wehren Wasser am nahen Wacholderbach entnehmen. Szenario Nummer drei: Ein Waldarbeiter wurde unter einem Stapel Hölzer eingeklemmt.

Enormer Erfahrungszuwachs

„Wenn wir nicht üben, ist das ein Rückschritt“, erklärte Wolfgang Kulks. Deshalb sei das Ergebnis solcher Übungen ein enormer Gewinn und Erfahrungszuwachs für alle Beteiligten.

Feuerwehr-Olympiade

Nach den ernsten Übungen veranstalteten die Mönchhosbacher für die Wehren eine unterhaltsame Feuerwehr-Olympiade mit ausgefallenen Spielen. Da, so Kulks, ging es dann nur um den Spaß.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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