Wie eine zweite Heimat

Wochenendporträt: Reinhard Diener ist seit über 20 Jahren Patient im HKZ

Sind seit Jahrzehnten treue Patienten: Reinhard und Renate Diener aus Gelnhausen kommen wegen der Vertrautheit mit und dem Vertrauen zum Personal immer wieder ans HKZ. In der Rodenberg-Klinik fühlen sie sich einfach wohl, die 80er-Jahre-Einrichtung stört sie nicht: „An erster Stelle steht, wer sich um mich kümmert und welche Geräte zur Verfügung stehen“, sagt Reinhard Diener. Foto: Janz

Rotenburg / Gelnhausen. Krankenhäuser hat Reinhard Diener schon einige gesehen. Aber eines ist für den 69-Jährigen aus Gelnhausen ein fester Anlaufpunkt, und das seit Jahrzehnten: das Herz- und Kreislaufzentrum Rotenburg.

Durch eine Nierenkrankheit ist der drahtige Mann mit braun-grauen Haaren und Frankfurter Akzent seit 36 Jahren auf die Dialyse angewiesen. Und eine Störung des Fettstoffwechsels sorgt dafür, dass Dieners Gefäße kontinuierlich angegriffen sind. Entsprechend häufig muss er verschiedene Krankenhäuser besuchen. „Man kann über die anderen nichts sagen, aber wenn es ums Herz geht, dann gibt es nichts besseres als das HKZ“, sagt Diener im Brustton der Überzeugung.

Nach Rotenburg kam Reinhard Diener mit Prof. Dr. Christian Vallbracht. Den Kardiologie-Chefarzt des HKZ lernte Diener noch an der Uniklinik Frankfurt kennen, wo er einer der ersten Patienten war, an denen Vallbracht verengte Gefäße per Ballondilatation erweitert hat. „Diese Technik hat mit im Laufe der Jahre einige Bypässe erspart“, sagt Diener, der inzwischen schon 28 Mal dilatiert wurde.

Frage des Vertrauens

Am HKZ wurden ihm auch einige Gefäßstützen (Stents) und eine Aortenklappe eingesetzt. In der Rotenburger Spezialklinik lässt er das alles ruhigen Gewissens machen. Und wenn andere Ärzte etwas Neues vorschlagen, dann fragt er lieber erstmal bei Professor Vallbracht nach. „Das ist einfach eine Frage des Vertrauens“, sagt Diener und ergänzt, „des Vertrauens und der Vertrautheit.“ Schließlich kennen sie sich seit 1983.

Überhaupt spiele das Psychische eine wichtige Rolle, warum sich Reinhard Diener am HKZ so wohl fühlt. Er kennt das Personal, und das Personal kennt ihn: „Es ist eine tolle Klinik, das Menschliche spielt eine große Rolle, es ist wie eine zweite Heimat.“ Schließlich solle sich der Patient wohlfühlen, wenn es ihm schon nicht gut geht, habe ihm Christian Vallbracht einmal gesagt.

Die Berichte der vergangenen Monate von wirtschaftlichen Problemen und dem Verkauf hat Diener intensiv verfolgt. Seine größte Sorge war, dass das Haus von einem ganz großen Klinikkonzern übernommen wird und dann die Versorgungsqualität leiden würde. „Da ist mir das Kreisklinikum schon lieber“, sagt Diener.

Diesmal ist er jedoch nicht selbst der Patient. Bei seinem letzten Aufenthalt auf dem Rodenberg spürte seine Frau Renate einen Druck auf der Brust. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass eine Ader zu 90 Prozent verschlossen war. Nun hat die 68-Jährige, der es immer wichtig war, dass sie am HKZ eng bei ihrem Mann bleiben konnte, einen Stent und macht eine Reha. „Diesmal bin ich nur der Besucher“, sagt Reinhard Diener und lacht.

Von Marcus Janz

Kommentare