Rotenburger unterstützen vietnamesische Familie bei Restaurant-Eröffnung

+
Halten als Familie fest zusammen (von links): Thi Hien Bui übernimmt den Service im Restaurant „Asia Kim“ und betreut die Kinder Tuan Kiet (acht Monate) und die zehnjährige Tramy. Duy Dong Le (hinten) ist für den reibungslosen Ablauf in der Küche verantwortlich. Der 38-Jährige hat sich in Würzburg, Gießen und Kassel zum Sushi-Meister fortgebildet.

Rotenburg. Die vietnamesische Familie Le hat in Rotenburg ein Spezialitäten-Restaurant eröffnet. Die Einwohner der Stadt haben sie dabei tatkräftig unterstützt, berichtet Vater Duy Dong Le.

Nachmittags, etwa gegen 15 Uhr, kehrt kurz Ruhe ein in das Leben der Familie Le aus Rotenburg. Dann sitzen Duy Dong und seine Frau Thi Hien Bui mit dem gemeinsamen, acht Monate alten Sohn Tuan Kiet an einem Tisch und reden. Die zehnjährigen Tochter Tramy stößt hinzu und berichtet aus der Schule oder vom Klavierunterricht.

„Wir sind glücklich, hier in Rotenburg zu leben“, berichtet das vietnamesische Ehepaar. Mit der Eröffnung eines eigenen Spezialitäten-Restaurants am Marktplatz haben sich die beiden ihren Traum erfüllt. Der Weg dorthin sei aber steinig und mit einigen Herausforderungen verknüpft gewesen, betont der 38-jährige Duy Dong Le. „Ohne die tatkräftige Hilfe vieler Rotenburger Familien hätten wir es nicht soweit geschafft.“

Den ersten großen Schritt gewagt hat Thi Hien Bui vor etwa 14 Jahren – damals noch alleine. „Ich wollte etwas von der Welt sehen und Neues erleben“, erzählt die 37-Jährige. Aus ihrer Heimatstadt Nam Dinh, etwa 90 Kilometer südöstlich der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi gelegen, brach sie zunächst auf nach Russland. „Dort habe ich Kleidung verkauft“, sagt die zierliche Frau mit dem offenen Lachen. „2003 kam ich dann nach Rotenburg.“

Per Telefon nimmt sie schließlich Kontakt zu ihrem Bekannten Duy Dong auf, der in ihrer alten Heimat zusammen mit seinem Vater ein kleines Hotel betrieb. „Schon bald kam er zu mir nach Deutschland. Im April 2010 haben wir geheiratet“, sagt die 37-Jährige.

Leicht waren die Umstände für das junge Paar zunächst nicht. „Ich verlor meine Arbeitsstelle in einem Restaurant“, erzählt Thi Hien Bui. Die lebenslustige junge Frau ließ sich aber nicht entmutigen und trat eine Stelle als Raumpflegerin in einem Rotenburger Hotel an. 2010 wagten die Les den Schritt in die Selbstständigkeit. Gemeinsam kauften sie ein Fachwerkhaus am Rotenburger Marktplatz. Das Geld dafür bekamen sie von Duy Dongs Vater, der das gemeinsame Hotel inzwischen verkauft hatte.

„Wir haben beinahe die gesamte Planung, den Bau und die Einrichtung in Eigenleistung gestemmt“, sagen die Eheleute. Zweieinhalb Jahre Arbeit stecken in dem in freundlichen Farben gestrichenen Restaurant. Von den Rotenburgern hätten sie dabei jedwede Unterstützung erfahren – vom Transport der Möbel bis hin zur Hilfe bei Behördengängen. „Mittlerweile sind diese Menschen wie eine zweite Familie für uns“, sagt Duy Dong Le.

Dann ist die Mittagspause vorbei, und der großgewachsene Mann geht zurück an die Arbeit. Denn enttäuschen will er seine Gäste auf keinen Fall: Dazu hat er zu viel investiert.

Von Emily Spanel 

Quelle: HNA

Kommentare