Karl-Heinz Vockenberg fand verletztes Tier – Tierarzt und Falkner halfen

Eine Uhudame im Glück

Rettungsaktion geglückt: Karl-Heinz Vockenberg mit dem Uhu kurz vor dem Abflug in die Freiheit. Foto: nh

Wildeck. Als Karl-Heinz Vockenberg Anfang Dezember wie gewohnt mit seinem Hund in der Wildecker Feldflur unterwegs war, um Vögel zu beobachten, zog ihn der Weimaranerrüde plötzlich nach hinten. Vockenberg traute seinen Augen kaum, als er sah, was ihm das Tier zeigen wollte: Im Weidestacheldraht hing ein Uhu.

Und dann nahm die Rettungsaktion nahm ihren Lauf. Schnell wurde Bauer Rüppel vom nahen Aussiedlerhof zu Hilfe gerufen, und die beiden Männer konnten den schon arg geschwächten Greifvogel mit den scharfen Krallen ohne Schutzhandschuhe vorsichtig aus seiner misslichen Situation befreien.

Schwinge wurde genäht

In einem Karton verstaut kam der Unglücksvogel über den Vorsitzenden des Nabu Wildeck, Ricardo Gräf, und den Wildbiologen Ralf Frank aus Rotenburg zügig in tierärztliche Behandlung, wo eine Schwinge aufwendig genäht werden musste.

Durch die Verletzung ging einiges an Haut verloren und es war zunächst nicht sicher, ob der Uhu jemals wieder richtig fliegen würde. Nach einer gelungenen Operation wurde er in die Obhut von Falkner Michael Schanze gegeben. Schanze unterhält unter anderem eine Greifvogelauffangstation für hilflose, verletzte und verunfallte Greifvögel mit Quarantäneraum, Krankenruhebereich und Volieren in unterschiedlicher Größe. Ende Dezember kam schließlich der erlösende Anruf aus der Falknerei. Die Uhudame war wieder flugfähig und zur zügigen Auswilderung bereit.

Zum einen soll eine zu intensive Bindung an Menschen vermieden werden und zum anderen ist gerade Balzzeit. Gemeinsam mit dem Retter ließ Falkner Schanze die Uhudame in der Nähe des Unfallortes zurück in die freie Wildbahn.

Schon im vergangenen Sommer waren Uhurufe vom Aussiedlerhof Libenz und der circa 1,5 Kilometer nördlich gelegenen Pochmühle gemeldet worden. Durch den Unglücksvogel konnte das Auftreten der Art in diesem Terrain nun bestätigt werden.

Das freut die Natur- und Vogelschützer im hiesigen Raum ganz besonders, teilt Ricardo Gräf mit. Die Naturfreunde setzen sich permanent und intensiv für naturnahe Lebensraumgestaltung und Erhaltung bedrohter Arten ein.

Auch der Uhu galt bis vor kurzem in Deutschland noch vom Aussterben bedroht und steht deshalb unter besonderem Schutz. (red/nm)

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