Wochenendporträt: Eugen Balduf aus Ronshausen liebt die Herausforderung

Eine Passion für Krippen

Eugen Balduf und Edeltraut Kötter ziehen an einem Strang – die Passionskrippenausstellung wird von ihnen gemeinsam organisiert und präsentiert. Auf diesem Bild zeigen die beiden die Szene des letzten Abendmahls von Jesus und den Jüngern. Foto:  Heflter

Ronshausen. Auf die Idee, sich an Passionskrippen heranzuwagen, kam Eugen Balduf durch eine Fernsehsendung im Dezember 2012. Sie handelte von einem italienischen Krippenbaumeister, der den Bau von Passionskrippen als besondere Herausforderung bezeichnete – viel schwieriger, als die wesentlich bekannteren Weihnachtskrippen.

„Genau das Richtige für mich“, fand der 73-jährige Ronshäuser. „Ich liebe Herausforderungen.“ Handwerkliches Können hat er sich unter anderem beim Bau von Weihnachtskrippen angeeignet, die er mit Leidenschaft sammelt.

Balduf machte sich gleich am nächsten Morgen ans Werk: Wochenlang bekam ihn seine Lebensgefährtin Edeltraut Kötter kaum noch zu Gesicht, weil er von morgens bis abends in seinem Atelier werkelte. „Zum Glück hat sie viel Verständnis für meine Hobbys.“ Mit viel Liebe zum Detail entwarf er möglichst authentische Landschaften, Gärten und Gebäude – Passionskrippen müssen den biblischen Vorgaben entsprechen.

Nahöstliche Vegetation

Für naturgetreu wirkende Felsen verwendete er zum Beispiel Styropor, gestaltete damit Formationen und Höhlen. Mit Naturmaterial aus dem eigenen Garten bildete er die nahöstliche Vegetation nach. Die Hintergrundbilder malte der 73-Jährige, der auch ein passionierter Hobbymaler ist, selbst. Auf der Suche nach passenden Figuren wurde er im Internet fündig. Pünktlich zur Osterzeit 2013 waren zwölf Passionskrippen fertig, die den Leidensweg von Jesus’ Einzug nach Jerusalem über die Kreuzigung bis zur Auferstehung zeigen. Eine Woche lang wurden sie im Haus des Gastes ausgestellt. Zurzeit läuft die zweite Ausstellung, und wer Egon Balduf kennt, weiß, dass er dafür noch einen draufsetzte: Fünf neue Krippen sind hinzu gekommen.

Mit den Passionskrippen möchte der Ronshäuser dem Betrachter im wahrsten Sinne des Wortes das biblische Geschehen vor Augen führen. Ihm war aufgefallen, dass viele Kinder und auch Erwachsene anders als mit Weihnachten mit Ostern wenig anfangen können.

Menschen gerührt

Im vergangenen Jahr, als 600 Besucher die Ausstellung sahen, war die Resonanz groß. „Manche waren sogar zwei oder drei Mal da“, berichtete Balduf und erzählte schmunzelnd von einem kleinen Jungen, der mit seiner Kindergartengruppe gekommen war und anschließend zuhause nicht eher Ruhe gab, bis alle Familienmitglieder die Ausstellung gesehen hatten.

Edeltraut Kötter fiel auf, dass die Menschen sehr angerührt reagierten: insbesondere während der Präsentation, wenn bei Kerzenschein Szene für Szene der Passionsgeschichte mit Texten, Hörspielsequenzen und Musik vorgestellt wird. „Danach war es immer ganz still, manche hatten Tränen in den Augen“, sagte sie.

Gut angekommen ist nach Angaben der Beiden auch die ökumenische Ausrichtung der Ausstellung. Balduf ließ katholische Elemente einfließen, zum Beispiel die Krippe, in der die als Heilige verehrte Veronika am Kreuzweg Jesus das Schweißtuch reicht.

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Von Susanne Hefter

Quelle: HNA

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