Eine Chance für Talente

Jakob-Grimm-Schule unterstützt Realschüler auf dem Weg zum Abitur

Rotenburg. Leistungsstarke Realschüler, die ihre Schullaufbahn gern mit dem Abitur abschließen möchten, werden an der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule seit Schuljahresbeginn besonders gefördert.

"Rplus“ nennt sich das Projekt: Jugendliche ab Klasse 9 werden in Mathematik (zwölf Schüler) und Englisch (zehn Schüler) in Kursen mit Stoff und Arbeitsweisen des Gymnasialzweigs vertraut gemacht.

Aktuell werden Schüler aus drei Realschulklassen zeitlich parallel zu ihren Klassenkameraden in den beiden Fächern von Gymnasiallehrerinnen unterrichtet. Anja de Lima Gomes, die Englisch im Bereich Rplus lehrt, und Mathematiklehrerin Eva-Maria Hofmann sind von dem Projekt überzeugt: „Die Schüler sind sehr motiviert und ehrgeizig“, sagt Hofmann. Sie vermittelt den in der Realschule vorgeschriebenen Stoff vertiefend, indem sie zum Beispiel die mathematisch-naturwissenschaftlich korrekte Schreibweise beim Lösungsweg einfordert, zusätzliche, auch im Gymnasialzweig gestellte Aufgaben gibt und auch Beweisführung trainiert.

In Englisch wird zusätzlich zum vorgeschriebenen Stoff das Ausdrucksvermögen gestärkt, sehr viel Wert wird auf den Umgang mit Literatur gelegt. Die Rplus-Gruppe besuchte auch gemeinsam mit Gymnasialschülern ihres Jahrgangs englische Theateraufführungen. Die Klassenarbeiten werden ebenfalls auf höherem Niveau angesiedelt.

Auch andere steigern sich

Gabi Lies, die Leiterin des Realschulzweiges, und Schulleiterin Sabine Rimbach sind von dem neuen Projekt überzeugt. Befürchtungen von Lehrerkollegen, dass durch Abschöpfen der Leistungsstärksten in den beiden Fächern das Unterrichtsniveau der übrigen Klasse sinken könnte, hätten sich nicht bestätigt, erklärt Lies. Im Gegenteil: Schüler, die bislang eher unauffällig im Unterricht „mitgeschwommen“ seien, trauten sich nun einfach mehr zu und erzielten ebenfalls bessere Leistungen in der nun kleineren Lerngruppe. Auch Eifersüchteleien zwischen den Rplus-Schülern und ihren Klassenkameraden seien nicht entstanden.

Schulleiterin Rimbach betont das insgesamt ohnehin durchlässige System an der JGS: Ein Wechsel von einer Schulform zur anderen sei möglich und Rplus keine Voraussetzung dafür. Doch das neue Angebot könne leistungsstarke Schüler noch einmal zusätzlich fördern und auf einen höheren Abschluss oder die Berufsausbildung vorbereiten.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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