Chronik zu 700 Jahren Schwarzenhasel ist fertig: Vorstellung am Sonntag

Arbeit auf dem Feld: Anna Holl, Emma Schmidt und Käthe Becker im Haselgrund.

Schwarzenhasel. Sie ist schön geworden und prachtvoll, voller Geschichten und Episoden, Namen, Daten und Bilder. Eine pünktlich zum Jubiläumsfest erschienene Chronik legt nicht nur Zeugnis ab von der 700-jährigen Geschichte Schwarzenhasels, sondern auch von der leidenschaftlichen Arbeit der Mitglieder der Chronik-Gruppe.

Morgen wird die Chronik „Schwarzenhasel - Ein Dorf im Wandel der Zeit“ um 16 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nach der Gründung des Heimatvereins zur Vorbereitung des großen Jubiläums formierte sich die sieben-köpfige Chronikgruppe im Herbst 2009. Herbert Schmidt, Karl-Heinz Sonntag, Irmtraud Marth, Anke Beil, Carsten Köthe, Reinhard von Bodelschwingh und Angela Pooch trafen sich von nun an einmal monatlich im Gemeinderaum. Ihr Ziel, erklärt Pfarrer Carsten Köthe, war es, einerseits „historische Quellenarbeit“ zu leisten, andererseits ein Buch zu machen, das „gut lesbar und spannend“ sein sollte.

Die Aufgabe, die vor ihnen lag, war gewaltig: Sie betrieben Ahnenforschung, führten zahllose Interviews, rekonstruierten Familiengeschichten. Historische Bilder von Hochzeiten, Kirmeszügen, Vereinen, Häusern und der Feldarbeit wollten zusammengetragen und eingescannt, die Menschen darauf identifiziert werden. Motive im Dorf mussten noch fotografiert werden. Dorfbewohner wurden dazu animiert, ihre Erinnerungen zu erzählen oder aufzuschreiben.

Die Suche nach Spuren weit zurückliegender Zeiten führte die Gruppe ins Rotenburger Stadtarchiv und ins Marburger Staatsarchiv. Hier machte man 2010 eine interessante Entdeckung: Eine dort gelagerte Urkunde erwähnt Schwarzenhasel schon 1310 und ist damit zwei Jahre älter als das bis dahin bekannte Dokument des Klosters Cornberg von 1312. Der Heimatverein entschied, trotzdem 2012 zu feiern.

Statt 300 jetzt 400 Seiten

Anke Beil, gelernte Werbekauffrau, machte Vorschläge für die Gestaltung des Buchs, über die dann in der Gruppe diskutiert und abgestimmt wurde. Gegenüber dem Vorstand des Heimatvereins, der das Festbudget verwaltet, galt es, einen größeren Umfang der Chronik durchzusetzen. Die Gruppe hatte so viel interessanten Stoff gesammelt, dass aus den geplanten 300 Seiten schließlich 400 wurden.

Tausende Arbeitsstunden, schätzt Irmtraud Marth, stecken in dem Buch. „Könnte stimmen, wenn man die Nächte dazunimmt“, ergänzt Herbert Schmidt lachend, und Anke Beil erklärt augenzwinkernd: „Ich träume schon davon.“ Dabei scheint das Buch das Ergebnis des Einsatzes ganz vieler zu sein. Angela Pooch sagt deshalb im Namen der Gruppe: „Wir danken allen, die geholfen und Beiträge geliefert haben.“

„Schwarzenhasel - Ein Dorf im Wandel der Zeit“, 400 Seiten mit 524 Fotos, Preis 19,80 Euro.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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