Ein-Mann-Schau mit Spitzen -Neujahrsempfang in Bebra

Sonst am Schreibtisch, diesmal fix hinter der Theke: Von links Christian Sass, Julia Sass, Alexander Thiel, Carina Beisheim, Stephan Werner, Fabian Claus und Jakob Aphram, alle Mitarbeiter im Rathaus Bebra. Fotos:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Bevor es Sekt und Selters, Schnittchen und Törtchen gab, hörten die Besucher in der voll besetzten Aula des Beruflichen Gymnasiums in Bebra einen langen Vortrag von Bürgermeister Uwe Hassl mit Rückschau auf das vergangene Jahr.

Die Begrüßung hatte Stadtverordnetenvorsteher Herbert Börner übernommen. Der neue Landrat Dr. Michael Koch war zwar gekommen, hatte aber keine Gelegenheit, ein Wort an die Bebraer und ihre Gäste zu richten.

KEINE ZWEI STUNDEN

Mit etwa eineinhalb Stunden Programm war der Empfang zwar eigentlich nicht lang, aber dennoch ohne Höhepunkte. Keine Musiker, von denen Bebra ja durchaus einige zu bieten hätte, keine humorvollen Beiträge, keine Ehrung verdienter Personen. Dabei gibt es da so einige: Manfred Klöpfel zum Beispiel, Hans Möller, Ernst-August Volland.

STOLZ AUF BEBRA

Aus dem hässlichen Entlein Bebra sei mittlerweile ein stolzer Schwan geworden, sagte Herbert Börner. Er dankte für die genialen Ideen von gescheiten Mitgliedern der Verwaltung und sagte, über Bedenkenträger, die sich nur auf dem Prüfstand wohlfühlten, könne man nur milde lächeln.

„Ich behaupte, uns geht es gut in Bebra“, sagte Börner. Manch alter Bebraner reibe sich immer noch verwundert die Augen: „In unserer Stadt ist ja wirklich was los.“ Auch auf die Kölner Geschehnisse nahm Börner Bezug und warnte vor Rattenfängern am rechten Rand.

DIE BÜRGERMEISTERREDE

Ganz an der Chronik der Bebraer Ereignisse im Jahr 2015 hangelte sich Bürgermeister Hassl entlang. Dazu sahen die Besucher Bilder der Internetseiten der jeweiligen Medien - immer wieder mit Fotos von Hassl in allen Varianten: mit Gießkanne, vor seinem Büro, neben dem Einkaufszentrum „das be!“. Hassl versuchte zu vermitteln, was er alles auf den Weg gebracht habe, weshalb jeder zweite Satz mit „Ich“ begann. Er dankte vielen, doch der Eindruck blieb, dass eigentlich alles er allein bewerkstelligt hat. Natürlich hat auch Hassl für den ausgeglichenen Haushalt gesorgt. Dabei verteilte er jede Menge Spitzen an „die Politik“. Die - wie Hassl „vom Volk“ gewählten ehrenamtlichen Stadtvorordneten - saßen im Publikum und konnten sich nicht wehren. Ein SPD-Mitglied wandte sich zum Gehen mit den Worten: „Das höre ich mir nicht länger an.“

DER GEMÜTLICHE TEIL

Nach den Reden fand man sich an den Stehtischen und am leckeren kalten Büffet der Sponsoren der „Linde“ und von McDonalds zusammen, trank das ein oder andere Bier und tauschte sich aus.

Von One-Man-Show war da die Rede, aber auch von der wundersamen Wandlung, die Bebra in jüngster Zeit vollzogen hat - und die lange vor Bürgermeister Hassl ihren Anfang nahm.

Zwei Reden und Schnittchen – Neujahrsempfang in Bebra

Quelle: HNA

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