„Spiegel“-Analyse mit ernüchterndem Ergebnis für den Kreis

Eigenheim reicht kaum zur Altersvorsorge

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Hersfeld-Rotenburg. Das Eigenheim als sichere Altersvorsorge – dies erweist sich nach einer Analyse des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ in ländlichen Gebieten wie dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg als Trugschluss.

Mit dem Verkauf der eigenen Immobilie lassen sich demnach die durchschnittlichen Kosten einer stationären Pflege in der Stufe 1 nur wenige Jahre finanzieren.

Was in Großstädten als „Betongold“ mit entsprechend hohen Wiederverkaufswerten bezeichnet wird, das wirft abseits der Ballungsgebiete oft nur erschreckend wenig ab: So weist die Untersuchung für das ehemalige Zonenrandgebiet zwischen Wildeck und Hohenroda Werte aus, die für weniger als fünf Jahre im Pflegeheim reichen.

„Heringen ist aber nicht gleich Heringen“, relativiert Roland Peter, Leiter des Hessischen Amts für Bodenmanagement in Homberg/Efze, und verweist auf unterschiedliche Immobilienpreise in der Stadt und in den Stadtteilen wie etwa Bengendorf. Ein schiefes Bild vermittelt die nach Postleitzahlbezirken erstellte Analyse auch für Bad Hersfeld, das mit der Flächengemeinde Ludwigsau zusammengefasst wird. Lediglich 6,4 Jahre Pflege deckt der Hausverkauf laut „Spiegel“ ab.

Günther Kirchhoff, Fachbereichsleiter Immobilienwertermittlung beim Homberger Amt, hat für die Kreisstadt alleine nach den Vorgaben der „Spiegel“-Analyse eine Kostenabbdeckung von 11,2 Jahren errechnet. Kirchhoff ging dabei nach seinen Unterlagen allerdings von leicht höheren Immobilienpreisen aus.

In den meisten Kommunen des Kreises ergeben sich aus der Untersuchung Werte zwischen fünf und zehn Jahren: Die Stadt Rotenburg liegt demnach bei 6,3 Jahren, Bebra bei 5,7 und Nentershausen sogar bei acht Jahren.

Auf „Spiegel Online“ findet sich eine interaktive Karte, in der Einzelergebnisse für das Bundesgebiet abgelesen werden können.

Quelle: HNA

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