Ehrenbrief für Stadträtin Elvira Walter-Rosner - Sie geht beruflich nach Afghanistan

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Am Rotenburger Kump: Stadträtin und SPD-Ortsvereinsvorsitzende Elvira Walter-Rosner wurde am Samstag mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Die Verwaltungangestellte bei der Bundeswehr geht im Juli dienstlich nach Afghanistan. Foto:  Schäfer-Marg

Rotenburg. Für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement ist die Rotenburger Stadträtin Elvira Walter-Rosner mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden. Die 57-Jährige ist nicht nur kommunalpolitisch aktiv, sie gestaltet auch ihr Berufsleben abwechslungsreich.

Seit 25 Jahren arbeitet Elvira Walter-Rosner im Rotenburger Stadtparlament mit, seit 17 Jahren bestimmt sie die Geschicke der Stadt im Magistrat mit. Ehrenamtlich engagiert ist sie darüber hinaus als Reha-Übungsleiterin bei der Versehrten und Behinderten Sportgemeinschaft Bebra-Rotenburg, war viele Jahren im Vorstand der Aktion für behinderte Menschen und ist Vorsitzende der SPD Rotenburg. Für ihr ehrenamtliches Wirken ist die 57-Jährige am Samstag beim Hessentag mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden.

Vorgeschlagen für diese Auszeichnung hatte sie ihr Kommandeur, Oberstleutnant Lando Pietsch. Denn beruflich ist Walter-Rosner seit 1980 als Verwaltungsangestellte in der Alheimer-Kaserne tätig. Die Kaserne wird bekanntlich Ende 2015 geschlossen - und damit endet auch das Berufsleben von Elvira Walter-Rosner. Vorerst - muss man sagen, denn diese Frau sucht immer neue Herausforderungen: „Ich verändere mich gern. Jeden Tag das Gleiche zu machen, finde ich uninteressant.“

Jetzt hat sich die zweifache Mutter und dreifache Großmutter zu einem ungewöhnlichen Schritt entschlossen: Ab Juli ist ihr Dienstposten in Masar e-Scharif in Afghanistan. Bis Ende September wird sie dort im Geschäftszimmer Sprachendienst arbeiten, verantwortlich sein für die Übersetzer.

Vorbereitet hat sie sich darauf in Sprachkursen. Und auf Afghanistan wurde sie militärisch bei der Bundeswehr in Wildflecken eingestellt - auf Gefahren, auf Verhalten bei Angriffen oder in anderen Krisensituationen. So lernte sie zum Beispiel, dass man bei einem ungeplanten Ausstieg aus einem Lastwagen möglichst direkt auf Reifenspuren hinter dem Fahrzeug treten soll - weil sich im übrigen Gelände Minen befinden könnten.

Bis Ende September wird sie täglich 24 Stunden im Dienst sein, offiziell gibt es nur Dienstunterbrechungen, kein Ende. Auch Privatsphäre, etwa ein Einzelzimmer, gibt es dort nicht. Ein wenig kennt sie das schon, bereits zweimal war Walter-Rosner dienstlich im Kosovo.

Dennoch: Warum jetzt dieser Einsatz? „Es interessiert mich einfach.“ Keine Angst? „Man macht sich schon Gedanken“, sagt sie. Aber für die Soldaten sei die Lage gefährlicher als im Verwaltungsbereich. Und was sagt ihre Familie zu diesem Einsatz? „Mein Mann unterstützt mich“, erklärt Elvira Walter-Rosner. Der war als Bundespolizist ebenfalls häufig im Auslandseinsatz.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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