Bebra: Belegung wohl ab Februar

Ehemaliger Toom wird als Notunterkunft für 600 Flüchtlinge hergerichtet

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Noch viel Arbeit: Adnan Memovic ist einer der Handwerker, die den ehemaligen Toom-Markt in Bebra als Flüchtlingsunterkunft herrichten.

Bebra. Mit Belegung der neuen Flüchtlingsunterkunft in Bebra im ehemaligen Toom-Baumarkt rechnet Landrat Dr. Michael Koch ab Februar.

Derzeit sind die Arbeiten in dem Gebäude am Bebraer Stadtrand in vollem Gange.

Peter Gabriel von Elektro Hess: Er kümmert sich ums Licht in den Boxen.

Bis Ende des Monats soll die Einrichtung bezugsfertig sein. Bis zu 600 Flüchtlinge sollen in dem ehemaligen Baumarkt untergebracht werden können, erklärte der Landrat. Der Kreis Hersfeld-Rotenburg ist vom Land verpflichtet worden, 1000 Plätze für die kurzfristige Aufnahme von Flüchtlingen vorzuhalten, die keinen Platz mehr in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes finden, und zunächst quasi eine Notunterkunft brauchen - anderenfalls wären sie ohne Obdach.

In dem Gebäude sind zurzeit die Handwerker am Sägen, Schrauben und Hämmern. Es werden oben offene Boxen aus Pressholz aufgebaut, in denen vier Stockbetten oder fünf Feldbetten Platz finden - viel mehr aber auch nicht. „Das ist keine Luxusunterkunft“, sagt der Landrat. Allerdings gibt es hier im Gegensatz zu der Bad Hersfelder Einrichtung im ehemaligen Herkulesmarkt ein wenig Tageslicht.

Noch vor Fertigstellung führten der Landrat, sein Pressesprecher Dirk Herrmann, Dieter Pfaff und Jörg Göbel vom Landratsamt sowie die Architekten Volker Dietz und Hilmar König durch das Gebäude. Man habe aus den Erfahrungen mit dem Herkules gelernt, als zum ersten Mal ein Objekt quasi aus dem Boden gestampft werden musste, sagt Göbel.

Wird als Notunterkunft hergerichtet: Der ehemalige Toom-Markt. Ein Zaun samt Sichtschutz wird ab Anfang Februar Gebäude und Gelände abschirmen.

Haupteingang bleibt der bisherige Baumarkt-Eíngang. Gleich im Eingangsbereich befinden sich abgetrennte Räume für die erste Erfassung der Menschen, für einen medizinischen Schnellcheck, dieAusgabe der wichtigsten Utensilien wie Zahnbürste und ähnliches. In der Nähe der Security, die schon jetzt das Objekt Tag und Nacht überwacht, befindet sich auch ein Mutter-Kind-Bereich, zum Beispiel zum Stillen und Wickeln.

Im ehemaligen Gartencenter, hinter einer massiven Wand und abgetrennt vom Schlafbereich, wird es Platz für die Essensausgabe, Tische und Bänke sowie die Kinderbetreuung geben, einen Multifunktionsraum - zum Rückzug am Abend oder fürs Gebet - sowie 24 Duschen, 20 Toiletten und 24 Waschbecken, Waschmaschinen und Trockner - alles jeweils getrennt für Frauen und Männer. Im überdachten Außenbereich gibt es weitere Toiletten, Duschen und Platz zum Spielen.

Das ganze Gelände einschließlich Parkplatz wird noch eingezäunt und mit einer schwarzen Plane als Sichtschutz versehen. Sprinkler- und Brandmeldeanlage sorgen für Sicherheit im Brandfall.

Nur 200 im Herkules

In der Notunterkunft im Herkules in Bad Hersfeld wohnen derzeit nur 200 Personen, darunter 50 Kinder. Die Zahl ist deshalb relativ gering, weil dem Kreis keine weiteren Flüchtlinge zugewiesen werden, solange das Toom-Gebäude nicht fertig ist und im Herkules weiterhin Fälle von Windpocken auftreten, bisher mehr als ein Dutzend. (ank)

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