Effektives Düngen senkt Nitratwert im Boden - Belastung des Trinkwassers sinkt

Effektives Düngen senkt Nitratwert im Boden - Belastung des Trinkwassers sinkt

Hersfeld-Rotenburg. Die Bemühungen um den Schutz des Trinkwassers vor Nitrat tragen in weiten Teilen des Kreises Früchte. So hat sich der Stickstoffgehalt in den Böden der Wasserschutzgebiete seit 1990 halbiert. Auch in den Quellen und Tiefbrunnen zeigt sich der Erfolg.

Pro Hektar Ackerfläche fanden sich damals im Herbst noch 100 Kilo Reststickstoff, heute ist es nur noch die Hälfte, obwohl einige problematische Flächen darunter sind. Das erklärt Dr. Wolff-Günther Gebauer von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW), wobei sich die Zahlen auf die von der AGLW betreuten Wasserschutzgebiete beziehen. Sie ist im gesamten Kreis für eine Mehrzahl der Kommunen tätig und wurde 1990 zum Schutz des Trinkwassers vor Nitrat gegründet. Damals stiegen die Nitratwerte im Trinkwasser an.

Dr. Wolff-Günther Gebauer

Höhere Nitratwerte im Wasser deuten auf Überdüngung und nicht grundwasserverträgliche Bodenbewirtschaftung hin. Ist zuviel Nitrat im Trinkwasser, können sich krebserregende Nitrosamine bilden. Der Grenzwert in der EU liegt bei 50 Milligramm pro Liter.

Die meisten Probleme bereiten nach den Worten von Gebauer Mais und Raps. Insbesondere der Mais wurde vor Jahren noch viel zu stark gedüngt. Inzwischen konnte hier der Reststickstoff rapide auf ein Viertel des Wertes von 1990 gesenkt werden, beim Raps auf ein Drittel.

Der Reststickstoff im Boden vor dem Winter ist ein wichtiger Wert, weil zu diesem Zeitpunkt das Pflanzenwachstum normalerweise endet, der Stickstoff also von der Pflanze nicht mehr verwertet werden kann und somit noch vorhandener Stickstoff als Nitrat ins Trinkwasser ausgewaschen wird. Nitrat ist die feste Verbindung zwischen Stickstoff und Sauerstoff. Mit den derzeitigen 50 Kilogramm Reststickstoff sei man zufrieden, sagt Gebauer. Ziel seien aber 45 Kilogramm pro Hektar.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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Quelle: HNA

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