Mehr zum Thema: Scheune brennt während Gemeindefeuerwehrtag in Oberjossa

Echter Einsatz statt Übung

Lichterloh in Flammen: Diese Scheune brannte 300 Meter vom Gerätehaus entfernt, wo die Jugendfeuerwehr gerade den Gemeindepokal überreicht bekam. Foto: Juri Auel

Oberjossa. Die Feuerwehren der Gemeinde Breitenbach am Herzberg wussten, dass sie am Samstagnachmittag ein Einsatz erwartete. Doch der Alarm kam fast zwei Stunden zu früh. Und es war auch keine Probe wie vorgesehen – sondern Ernst: Im Ortsteil Oberjossa, wo der Breitenbacher Gemeindefeuerwehrtag stattfand, brannte eine Scheune. Von der ist jetzt nur noch ein Gerippe schwarzer Balken übrig.

Es entstand ein Schaden von 50 000 Euro. Verletzt wurde niemand.

Es ist 14.17 Uhr, der Jubel im Gerätehaus Oberjossa hat sich wieder gelegt. Gerade wurde verkündet: Die heimische Jugendmannschaft hat den zweiten Platz beim Wettkampf des Feuerwehrnachwuchses ergattert – und sich somit den Gemeindepokal gesichert. Bürgermeister Volker Jaritz und die erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz sind damit beschäftigt, die Medaillen an die stolzen Jungs und Mädels zu überreichen. Plötzlich piepsen die Melder, die Sirene oberhalb des Dorfes heult auf.

Kurze Verwirrung unter den Erwachsenen. Die Übung war doch erst für 16 Uhr angesetzt? Da stürmen die Helfer auch schon los und schnappen sich ihre Ausrüstung. Bei der alten Mühle soll ein Feuer ausgebrochen sein. Kein verfrühter Probealarm, kein Scherz der Übungsplaner. „Wir haben ‘nen Einsatz!“, ruft jemand durch das Gerätehaus. Die Einsatzstelle ist 300 Meter entfernt. Als die Gäste auf die Jossa-Brücke strömen, die Smartphones zücken und Fotos schießen, steigen dicke, dunkle Rauchschwaden aus der Scheune empor.

Schon bald steht das Gebäude lichterloh in Flammen. Keine Frage: Die Feuerwehr Oberjossa ist als erste vor Ort. Nach und nach kommen die übrigen Gemeindewehren dazu – nicht minder verwirrt als ihre Oberjossaer Kollegen. Die Einsatzkräfte nähern sich mit Atemschutz, mehr als das angrenzende Wohnhaus und weitere Wirtschaftsgebäude vor einem Übergreifen der Flammen zu schützen, können sie nicht tun.

In der brennenden Scheune steht auch ein Wohnwagen – und an den sei noch eine Gasflasche angeschlossen, berichtet der Besitzer. Den Brandschützern gelingt es, die Gasflasche abzuklemmen. In kürzester Zeit ist die Scheune, obwohl die Einsatzkräfte sofort zur Stelle waren, niedergebrannt.

Realistische Bedingungen

Anwohner beruhigen derweil die Pferde auf der angrenzenden Wiese. „Es ist verrückt, dass so etwas gerade an so einem Tag passiert“, sagt Gemeindebrandinspektor Markus Wettlaufer nach dem Einsatz. Laut der Oberjossaer Wehr war das der erste große Gebäudebrand seit gut 30 Jahren im Ort. „Das war die Alarmübung unter realistischen Bedingungen“, kommentiert Bürgermeister Volker Jaritz. Die echte Übung fiel aus.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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