Eine Dampflokomotive machte auf dem Weg zur Reparatur in Bebra Station

Den Durst der Lok gestillt

Bebra. Heizer Thomas Spielvogel klettert die Leiter hinten an der Dampflok hoch. Er will prüfen, ob genügend Wasser im Tender ist.

Die alte Lok, die am Bahnhof Bebra Zwischenstation macht, ist vollgetankt. Darum kann Spielvogel den roten Einfüllstutzen entfernen. Dabei hilft ihm Lokchef Markus Habermann. Die Männer gehören dem Verein Museumseisenbahn Hanau an.

Die Dampflok 50 3552-2 steht in Bebra. Sie ist auf dem Weg von Hanau nach Klostermansfeld im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Der Wassertank muss befüllt werden. Er fasst 26 000 Liter Wasser, drei Viertel davon sind verbraucht. Darum wird Nachschub benötigt.

In Klostermansfeld soll die Rauchkammer der Lok komplett erneuert werden. „Das Metall wird durch den Rauch dünner,“ erklärt Axel Karl, zweiter Vorsitzender der Museumseisenbahn Hanau. Gleichzeitig soll der Kessel untersucht werden.

„Das ist wie mit dem TÜV beim Auto“, erklärt Karl. Die Untersuchung muss alle drei Jahre vorgenommen werden. Und wenn die alte Lok ohnehin schon in der Werkstatt ist, kann sie gleich mitgemacht werden.

Spielvogel zieht das rote gebogene Rohr, den Einfüllstutzen aus dem Tender und reicht ihn Markus Habermann. Habermann steht unten, neben der Lok. Er nimmt den roten Stutzen entgegen. Noch ist der Wasserschlauch an ihm befestigt. Habermann dreht die Verbindung zwischen Stutzen und Schlauch auf. Mit dem Rohr in der Hand biegt er um die Kurve, an der Leiter vorbei und steht nun hinter der Lok. Dort, ganz hinten, hat der alte Dampfer einen Stauraum. Da hinein packt er den Einfüllstutzen. Nun muss der Schlauch aufgerollt werden.

Die Dampflok ist schon 71 Jahre alt. Gebaut wurde sie im Jahr 1942. Nach dem Krieg blieb sie in der DDR, wo sie bis 1987 im Einsatz war. Sie war die Vorzeigelok des Bahnbetriebswerks Halberstadt, erzählen die Mitglieder des Vereins Museumeisenbahn Hanau. Für Sonderfahrten wurde die 50 3552-2 besonders rausgeputzt.

Das Badewannenprinzip

„Manchmal nutzt man den Hydranten zum Befüllen, manchmal hilft auch die Feuerwehr, das ist immer unterschiedlich“, erklärt Karl. Wie man erkennt, wann der Tender voll ist? „Nach dem Badewannenprinzip“, schmunzelt Karl. Beim Befüllen könne man sehen, ob das Wasser aufgefüllt ist. Es gibt auch einen Wasserstandsanzeiger, aber den brauche man hierfür nicht.

Dampflokomotive in Bebra

Ist alles verstaut, kann die Fahrt weitergehen. Die Vereinsmitglieder steigen in die Lok. Sie müssen noch zum Rangierbahnhof. Dort müssen ein Güterwagon und zwei Personenwagen abgeholt werden. Vor dem Wassertanken hatten die Vereinsmitglieder diese dort abgestellt.

Von Lara Sasse

Quelle: HNA

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