Probefahrt mit dem Tesla Model S

Mit 780 PS durch Heinebach: Zehn Minuten am Steuer eines Elektroflitzers

Einmal einen schnittigen Elektroflitzer fahren: Redakteurin Viktoria Fischer ließ sich die Chance nicht entgehen und testete beim Unternehmertreffen bei der Kirchner Solar Group in Heinebach den Sportwagen P90 D des Autoherstellers Tesla. Fotos:  V. Fischer/nh

Probefahrt in einem flotten Sportwagen? Klar, gerne! Die Möglichkeit in einem Elektroflitzer des Autoherstellers Tesla Platz zu nehmen, lässt man sich einfach nicht entgehen.

HNA-Redakteurin Viktoria Fischer wagte den Selbstversuch. Beim Unternehmertreffen des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) bei der Kirchner Solar Group in Heinebach war es dann so weit. Vertreter von Tesla Motors brachten drei Testfahrzeuge mit. Ein Erfahrungsbericht im Minutentakt:

1. Der Einstieg in den Tesla P90 D, der Sportwagen unter den Elektroautos, gestaltet sich anfangs schwierig. Nach den Türgriffen sucht man vergeblich. Diese sind nämlich in der Tür versenkt und fahren erst heraus, wenn sie angetippt werden.

2. Im Auto Platz genommen, leuchtet einen die neueste Elektronik an. In der Mittelkonsole: Ein Computer mit riesigem 17-Zoll-Display, Navi, Internet und noch vielen weiteren Funktionen. Alles mit einer Berührung zu bedienen. Auch das Display in der Fahrerkonsole blinkt hektisch. Geschwindigkeit und Stromverbrauch werden in Grafiken angezeigt.

3. Der Tesla-Mitarbeiter Alexander Merget erklärt die Funktionen: In alle Autos verbaut der Hersteller standardmäßig ein Automatikgetriebe. Nach kurzem Drücken des Hebels am Lenkrad bin ich im Fahrmodus. Ein leichtes Tippen aufs Gaspedal und schon rollt das Auto, angetrieben von den beiden Motoren unter den Achsen - lautlos und ganz geschmeidig. Nur leichte Abrollgeräusche sind zu hören. Ein Genuss für lärmgeschädigte Ohren.

4. An einer Kreuzung muss ich halten. Ich trete aufs Pedal. Alle Insassen machen einen Satz nach vorne. Ich merke: Der Wagen reagiert auf die kleinste Berührung. Dennoch trete ich, weil ich es nicht anders kenne, beherzt aufs Gaspedal. Meine Beifahrer und mich drückt es in den Sitz. Ein abenteuerliches Gefühl. Der Tesla sprintet von 0 auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden.

5. Mit Tempo geht es auf der B 83 in Richtung Morschen. Der Wagen lässt sich leicht fahren. Ich lehne mich im Ledersitz zurück. Doch der Tesla-Mitarbeiter macht auf eine weitere Funktion neugierig. Er berichtet vom Autopiloten.

Der Tesla Model S P90 D

6. Zweimal einen Hebel zu mir herangezogen und ich merke, dass sich das Lenkrad von selbst bewegt. Der Autopilot hat übernommen. Ich habe die Hände noch am Steuer, brauche aber nichts mehr zu machen. Alles geht automatisch: bremsen, beschleunigen, lenken. Ein seltsames Gefühl, aber auch irgendwie spannend. Wird das autonome Fahren bald Wirklichkeit?

7. Der Autopilot erkennt sogar die Geschwindigkeitsschilder am Straßenrand und passt das Tempo an. Bei meinem Testwagen ist plus fünf km/h eingestellt. „Wir spielen ein wenig mit der Toleranz“, erklärt Merget. Doch nicht nur die Tempolimits werden beachtet, auch den vorausfahrenden Wagen hat der Tesla auf dem Schirm, und hält gebührend Abstand.

8. Die Gefahr, beim Fahren mit dem Autopiloten einzuschlafen oder abgelenkt zu sein, ist groß. Das hat Tesla erkannt. Um sicherzugehen, dass der Fahrer bei Sinnen ist, bittet der Bordcomputer per Anzeige, die Hände aufs Steuer zu legen. Dort sind Sensoren eingebaut.

9. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Ich möchte den Wagen selbst fahren. Mit einem leichten Lenkmanöver habe ich wieder das Kommando. Ich beschleunige und fühle erneut die Fliehkraft. Erinnerungen an eine Achterbahn werden wach.

10. Die Probefahrt ist zu Ende. Nur noch rückwärts einparken. Auf dem Display zeigt die Heckkamera, was hinter mir passiert. Hilfslinien zeichnen meinen Weg vor. Ich parke den 130 000 Euro teuren Wagen ein. Froh darüber, dass ich das Auto nicht kaputt gefahren habe.

Mehr Infos über das Unternehmertreffen und die Verbindung von Solarstrom und E-Autos gibt es in der gedruckten Samstagsausgabe und im E-Paper.

Quelle: HNA

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