Gericht honoriert Wende

Drogen: 23-jähriger Wiederholungstäter kommt mit Bewährungsstrafe davon

Bad Hersfeld. Ganz unterschiedlich blickten das Schöffengericht am Bad Hersfelder Amtsgericht und Staatsanwalt Harry Wilke auf den Fall eines 23-Jährigen, der zum wiederholten Mal mit Drogen straffällig geworden war. Am Ende kam der arbeitslose Maschinenführer aus Rotenburg erneut mit einer Bewährungsstrafe davon.

Der junge Mann hatte nicht nur eine lange Liste von Vorstrafen mit in den Gerichtssaal gebracht, sondern auch erhebliche Anstrengungen unternommen, seine Drogensucht in den Griff zu bekommen. Seit März befindet er sich in Therapie, die er bereits freiwillig verlängert hat und die im kommenden Monat wohl mit Erfolg abgeschlossen wird.

Seit dem 16. Lebensjahr konsumierte der Rotenburger Marihuana, zuletzt täglich. Deswegen fiel er auch der örtlichen Polizei immer wieder auf. Im vergangenen Jahr wurde er zweimal mit kleinen Portionen erwischt, einmal jedoch mit fast 100 Gramm. Weil der Wirkstoffgehalt bei 12,7 Prozent lag, war die rechtlich bedeutsame „nicht geringe Menge“ überschritten, die bei Besitz eine Mindeststrafe von einem Jahr nach sich zieht.

Dass sich der Angeklagte so viel Rauschgift auf einmal nur besorgt hatte, um nicht immer wieder zum Dealer gehen zu müssen, glaubte Staatsanwalt Wilke nicht. Auch aufgrund der früheren Verurteilungen unterstellte er dem Rotenburger, selbst mit Marihuana gehandelt zu haben. Dafür sprach auch, dass der junge Mann seinen hohen Konsum ja irgendwie finanzieren musste – was mit 400 Euro Arbeitslosengeld nicht möglich war. Wilke beantragte folglich zwei Jahre und zwei Monate Freiheitsstrafe.

Richter Michael Krusche sah den Fall zwar nicht ganz so rosig wie Verteidiger Artak Gaspar, der bei eingeschränkter Schuldfähigkeit auf lediglich sieben Monate Freiheitsentzug kam, doch mit einem Jahr und sieben Monaten ermöglichte das Urteil ebenfalls die Strafaussetzung zur Bewährung. „Er ist auf dem richtigen Weg“, sagte Krusche und das sei ausschlaggebend gewesen. Zusätzlich wurden 60 Stunden gemeinnützige Arbeit verhängt und die Fortsetzung der Therapie zur Auflage gemacht.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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