Dritte Fuldabrücke: Versprechen Bouffiers bisher nicht erfüllt

Rotenburg. Vor einem Jahr hat Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in Rotenburg versprochen, dass die Stadt eine dritte Fuldabrücke bekommt. Und er hatte erklärt, dass er in einem Jahr sagen wird, wie und wann die Brücke kommt. Jetzt ist das Jahr um, klare Aussagen zum Brückenbau gibt es in Wiesbaden allerdings nicht.

Nachfragen der HNA bei der Hessischen Staatskanzlei brachten nur eine kurze Antwort: Die Aussage, dass eine Brücke gebaut werden soll, habe weiter Bestand, erklärte Pressesprecherin Simone Schieferstein. Wie dieses Vorhaben umgesetzt werden soll, werde derzeit von den Fachbehörden geprüft.

Hessen Mobil muss prüfen

Im zuständigen Verkehrsministerium wird man ein wenig konkreter, rückt aber gleichzeitig von dem 2012 gemachten Versprechen ab. Denn es gilt offenbar noch eine Reihe von Hürden zu überspringen, an deren Ende die Brücke noch nicht sicher steht.

So hatte Verkehrsminister Florian Rentsch im April in einem Schreiben an die Initiative Pro Rotenburger Fuldaaue, das der Redaktion vorliegt, mitgeteilt: „Mangels verkehrlicher Grunddaten lässt sich eine Bauträgerschaft und Kostentragung des Landes oder der Kommunen für die Verbindungsspangen (zwischen B 83 und Kaserne. Red.) derzeit nicht darstellen.“

Die Planungsbehörde Hessen Mobil sei zunächst mit der Klärung der verkehrlichen Bedeutung beauftragt und müsse einen planerischen Fachbeitrag erarbeiten, heißt es im Verkehrsministerium. Es gehe dabei auch um die Auswirkungen auf Ökologie und Hochwasserschutz.

Gutachten im Sommer

Ein Fachbüro soll vertiefende Untersuchungen vornehmen, um die wasserrechtliche Genehmigungsfähigkeit zu ermitteln. Erst dann kann der Fachbeitrag von Hessen Mobil abgeschlossen werden. Das wird im Sommer dieses Jahres erwartet. Der Beitrag soll Entscheidungsgrundlage für die Landesregierung werden bezüglich der Kosten, der Baulastträgerschaft und der planerischen Genehmigungsfähigkeit, heißt es in der Stellungnahme des Verkehrsministeriums.

Dass auch die Potenzialanalyse für das Bundeswehrgelände eine Rolle spielen wird, davon geht Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald aus. Immerhin hatte der Ministerpräsident sein Versprechen gegeben unter dem Eindruck der angekündigten Schließung der Alheimer-Kaserne.

Die dritte Brücke wird als unabdingbar für die erfolgreiche Vermarktung des Geländes angesehen. Die Bundeswehr selbst hat allerdings die Vorbereitung der Analyse verzögert, weil Pläne des Geländes noch der Geheimhaltungspflicht unterlagen. Aktuell fehlen noch Pläne über Versorgungsleitungen. Jetzt sollen von fünf Büros konkrete Angebote für die Potenzialanalyse angefordert werden, erklärte Grunwald.

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Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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