Dritte Brücke ist nötig: Kommunalpolitiker fordern Bau

Rotenburg. Den Bau der dritten Fuldabrücke sehen Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald, Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt und auch SPD-Landtagsabgeordneter Dieter Franz als wesentlichen Baustein für die Zukunft Rotenburgs an, wenn die Alheimerkaserne 2016 geschlossen werden sollte.

Das haben die Politiker auch beim Besuch von Staatsminister Axel Wintermeyer unterstrichen. Der Chef der hessischen Staatskanzlei hat kürzlich den Bewilligungbescheid des Landes überbracht, der der Stadt 45 000 Euro zusichert, um eine Potenzialanalyse anfertigen zu lassen - wir berichteten. Die Analyse soll helfen, für das Bundeswehrgelände eine sinnvolle zivile Nutzung zu finden.

Dieter Franz wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Landesregierung statt wie bisher Behörden aus dem Kreis abzuziehen, in Rotenburg eine öffentliche Einrichtung installieren könnte. Darauf ließ sich Wintermeyer jedoch nicht ein und erklärte, eine Behörde brächte für die Stadt nur wenig, Gewerbesteuer müsse sie zum Beispiel nicht zahlen.

Gewerbetreibende jedoch brauchen eine gute Infrastruktur, also eine gute Verkehrsanbindung durch die dritte Fuldabrücke. Der Bürgermeister und der Landrat („Wir nehmen die Landesregierung beim Wort“) erinnerten an das Versprechen von Ministerpräsident Volker Bouffier, die Brücke bauen zu lassen. Dieter Franz mahnte zudem, die Stadt könne die Baulast der Brücke nicht tragen.

Auch da hielt sich der Staatsminister bedeckt, erinnerte an begrenzte finanzielle Ressourcen des Landes und Straßen im Land, die bereits baureif seien und Vorrang hätten. Dennoch: „Die dritte Fuldabrücke wird stärker in den Fokus genommen“, erklärte Wintermeyer und wies darauf hin, dass die Planungsbehörde Hessen mobil beauftragt sei, Entscheidungsgrundlagen, also Daten zu einem möglichen Bau zu sammeln. Er erklärte aber auch, dass eine Kommune wissen müsse, was sie will. Unumstrittene Projekte würden vom Land eher finanziert als die in der Bevölkerung umstrittenen. Eine Forderung, die vehement mit einer Stimme gestellt werde, habe eine größere Chance sich durchzusetzen als ein vielstimmiger Chor.

Kritisiert wurde in der Gesprächsrunde erneut die Entscheidung der Bundesregierung, die Alheimerkaserne zu schließen, die erst mit Millionenaufwand saniert worden ist, andererseits aber weitere 30 Millionen Euro in die Kaserne in Frankenberg zu stecken, um diese auf Vordermann zu bringen. Das sei nicht vermittelbar, hieß es.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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