Strecke Fulda-Kassel

Drei Tote unter Brücke: ICE-Strecke stundenlang gesperrt

Fulda. Die ICE-Strecke zwischen Fulda und Kassel ist am Sonntag mehrere Stunden lang gesperrt worden. Ein Mann war wohl mit seinen beiden kleinen Kindern von der 95 Meter hohen Rombachtalbrücke gesprungen.

Bei den drei Toten, die laut der Staatsanwaltschaft Gießen und der Polizei Fulda am Nachmittag gefunden worden waren, handelt es sich um einen Vater und zwei Kinder. Die Staatsanwaltschaft Gießen geht davon aus, dass es sich um einen 37 Jahre alten Mann und seine beiden neun und zehn Jahre alten Kinder aus Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) handelt. Ein in der Nähe der Brücke geparktes Auto sei dem Mann zuzuordnen, sagte Staatsanwalt Thomas Hauburger am Montag.

Der Vater habe seinen neun Jahre alten Sohn und seine zehn Jahre alte Tochter zunächst mit einem Messer angegriffen, anschließend seien alle drei von der Brücke gestürzt, teilte die Staatsanwaltschaft nach der Obduktion am Montag mit.

Aktualisiert um 17 Uhr.

Der Mann habe von seiner Frau getrennt gelebt, die beiden Kinder seien jedoch mit dem Einverständnis der Mutter beim Vater gewesen. Offenbar hatte der Angst gehabt, die Kinder in einem Sorgerechtstreit an deren Mutter zu verlieren, wie die Staatsanwaltschaft in Gießen am Montag mitteilte. Die Mutter wird der Staatsanwaltschaft zufolge psychologisch betreut.

Die Leichen, die am Sonntag entdeckt worden waren, würden obduziert. Ein Zug sei nicht in das Unglück involviert, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die viel befahrene ICE-Strecke wurde nach Angaben der Deutschen Bahn knapp drei Stunden voll gesperrt, am Abend war der Abschnitt nach Auskunft der Bundespolizei wieder eingleisig befahrbar. (dpa/AFP)

Anmerkung der Redaktion: Wir haben uns entschieden, nicht über (geplante) Suizide zu berichten, es sei denn, sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Grund für unsere Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Selbsttötungen.

Wenn Sie sich betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufgezeigt haben.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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