66. Bad Hersfelder Festspiele: Wiedersehen mit Regisseur Jean-Claude Berutti

Drei Männer und eine Tote: "Unsere Frauen" feiert Premiere am Eichhof

+
Haben ein Problem: Die drei Freunde im Stück „Unsere Frauen“ mit Ulrich Bähnk, Justus Carrière und Mathieu Carrière (von links im Bild).

Bad Hersfeld. Wie weit darf man für einen guten Freund gehen? Um diese Frage dreht sich das Stück „Unsere Frauen“ von Éric Assous, das heute um 21 Uhr am Schloss Eichhof als Außenstelle der Bad Hersfelder Festspiele Premiere feiert.

Uraufgeführt wurde „Unsere Frauen“ 2013 im Théâtre de Paris in Paris. Die Inszenierung des französischen Theaterregisseurs Jean-Claude Berutti, wie sie nun mit kleinen Veränderungen in Bad Hersfeld zu erleben ist, war 2015 an den Hamburger Kammerspielen die deutschsprachige Erstaufführung.

Auf der Bühne stehen in dem Drei-Personen-Stück Ulrich Bähnk sowie die Cousins Justus Carrière und Mathieu Carrière – letzterer war im vergangenen Jahr bereits in Dieter Wedels Inszenierung „Die Komödie der Irrungen“ zu sehen. Der gemeinsame Auftritt mit seinem Cousin ist laut Berutti fast ganz zufällig zustande gekommen.

Jean-Claude Berutti

Drei alte Freunde wollen in „Unsere Frauen“ einen gemütlichen Abend zusammen verbringen. Zum einen ist da Max (Justus Carrière), ein Radiologe und Ästhet, der in seinem großzügigen Loft standhaft im Zölibat lebt – nur Schallplatten haben Zutritt. Der zweite ist Paul (Mathieu Carrière), ein Allgemeinarzt, vermeintlich glücklicher Ehemann und Vater mit wenig Ahnung von seiner Tochter. Und dann gibt es da noch ihren Kumpel Simon (Ulrich Bähnk), den Friseur. Der kommt zu spät und ist betrunken. Denn er hat gerade im Affekt seine Frau getötet. Und jetzt?

Natürlich gleich zur Polizei gehen, sich stellen, empfiehlt Max. Sofort fliehen, untertauchen, meint Paul. Ihm einfach ein Alibi geben, schlägt Simon vor.

Und während Simon auf dem Sofa seinen Rausch ausschläft, diskutieren sich die beiden anderen die Köpfe heiß: Wie weit darf man für einen Freund gehen?

Ein Stück, in dem nur Männer auftreten und es dennoch permanent um die Frauen geht – heißt es in der Ankündigung.

Berutti beschreibt „Unsere Frauen“ als Mischung aus Komödie und Thriller. Komik und Erschrecken wechseln sich ab, mitunter wird es bitterböse, auch frauenfeindlich.

Der Regisseur ist in Bad Hersfeld kein Unbekannter. 2010 inszenierte er bei den Festspielen „Sommergäste“, 2011 „Hamlet“.

Wie die drei Kumpels am Eichhof das Problem schließlich lösen und wie das Stück endet, ist ab heute an insgesamt 15 Abenden bis zum 17. Juli zu erleben.

Alle Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Es kann sich jedoch lohnen, kurz vorher spontan nach zurückgegebenen Eintrittskarten zu fragen.

Die Besetzung:

Auf der Bühne: Ulrich Bähnk (Simon) Justus Carrière (Max) Mathieu Carrière (Paul)

Hinter den Kulissen: Autor: Éric Assous Deutsch von Kim Langer Regie: Jean-Claude Berutti Licht: Ulrich Schneider Ton: Jörg Grünsfelder

Quelle: HNA

Kommentare