Jugendschutz: Bürgermeister einigen sich auf einheitliche Sperrzeit

Um drei Uhr ist bei der Kirmes künftig Schluss

Hersfeld-Rotenburg. Bei der Kirmes, bei Abifeiern oder Discoabenden im Landkreis soll künftig spätestens um drei Uhr in der Nacht Schluss sein. Das sieht eine Vereinbarung zum Jugend- und Lärmschutz vor, auf die sich die Bürgermeister in Absprache mit der Polizei und dem Kreisausschuss geeinigt haben.

Künftig soll die Sperrzeit maximal bis 3 Uhr verlängert werden. Zudem sind einheitliche Lärm- und Jugendschutzauflagen vorgesehen. Alle Kommunen hätten ihre Bereitschaft zur Beteiligung signalisiert, berichtet Thomas Baumann, Bürgermeister von Ludwigsau und Vorsitzender der Bürgermeister-Dienstversammlung.

Probleme erwartet Baumann nicht. Viele Regelungen ergäben sich ohnehin aus den Gesetzen oder seien schon gängige Praxis. Zu Gewalt- und Alkoholexzessen komme es auf den Veranstaltungen meist in den frühen Morgenstunden, sagt Baumann und verweist auf gute Erfahrungen mit verkürzten Öffnungszeiten in den Landkreisen Fulda und Schwalm-Eder. Über die Einzelheiten sollen die Veranstalter bei Info-Treffen unterrichtet werden.

„Gerade zur Zeltdisco ist um drei Uhr noch beste Stimmung“, sagt Marcel Naumann, Chef der Kirchheimer Kirmesburschen. Ehrenamtlich ein Fest auszurichten, sei ohnehin nicht einfach, durch jede zusätzliche Auflage werde dies weiter erschwert, gibt Naumann zu bedenken.

Auch Rüdiger Ritter, Vorsitzender des Schützenvereins Lispenhausen, der gemeinsam mit den Jungen Hirschen die Kirmes in dem Rotenburger Stadtteil ausrichten wird, sieht Probleme für den Discoabend. „Dass um drei Uhr die Musik endet, damit könnten wir leben“, sagt Ritter. Sorgen bereite jedoch, dass die Besucher das Festzelt schon 30 Minuten später verlassen haben sollen. „Wir können zwar darum bitten, das ganze Zelt zu räumen, würde aber schwierig.“

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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