Drachenfest in Iba: Sonnenschein, viele Fans und sphärische Klänge

Starker und beständiger Wind brachte am Wochenende besonders viele Drachen an den Himmel über Iba. Auch Svenja, links, und Leonie versuchten ihr Glück. Fotos:  Achim Meyer

Iba. Etwas abseits von der Wiese, über der die großen bunten Drachen am Himmel stehen, hat Henryk Niemczyk seine Instrumente aufgebaut, die der Wind spielt.

Mit Äolsharfen und anderen Instrumenten war Niemczyk am Wochenende Gast beim Fest des Drachenclubs Waldhessen in Iba.

Den Instrumenten muss man nahe kommen, um gut die sphärischen Klänge wahrzunehmen, die von ihnen ausgehen. Aber nicht zu nahe, denn der Wind braucht Platz. „Nicht näher heran, sonst gibt’s einen Windabriss“, warnt Niemczyk.

Gut lauschen: Henryk Niemczyk ließ den Wind seine Äolsharfe spielen.

Wie so mancher Drachenfan sagt auch Niemczyk von sich selbst, er sei ein bisschen verrückt. Vor 30 Jahren hat er in Erlensee den Drachenclub Setzkasten gegründet. Vor etwa zehn Jahren hat er die Liebe zur Windmusik entdeckt. Die Äolsharfe, sagt Niemczyk, hat es schon im Mittelalter gegeben. Entlang eines gewölbten Resonanzkörpers verlaufen Saiten, die der Wind in Schwingung versetzt. Niemczyk hat die Harfe aus Teilen eines Klaviers vom Sperrmüll gefertigt.

Drachenfest in Iba: Wind spielt auf der Äolsharfe

Drachenfest in Iba: Wind spielt auf der Äolsharfe

Rotenburg (Fulda)/Iba, 11. Oktober 2015: Die Äolsharfe ist ein Musikinstrument, das der Wind spielt. Henryk Niemczyk baut Äolsharfen und andere Windinstrumente selbst und brachte sie mit zum Drachenfest des Drachenclubs Waldhessen in Iba.

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Andere Instrumente des kleinen Klanggartens bestehen aus Ästen der Korkenzieherweide, zwischen deren Verzweigungen er Saiten gespannt hat. Die Leute, sagt Niemczyk, kämen zum Meditieren, wenn er seine Instrumente aufbaut - natürlich auf Ständern, hoch genug, dass der Wind sie spielen kann. Andere Windinstrumente bestehen aus Bambusrohren mit Schlitzen und geben einen dumpferen Laut von sich. Solche Instrumente sind schon vor vielen Hundert Jahren in Indonesien in Gebrauch gewesen, um bei hoher Windstärke Alarm zu geben, sagt Niemczyk.

Ideale Windverhältnisse brachten in diesem Jahr besonders viele und große Drachen und Figuren nach Iba. Der Sonnenschein lockte dazu viele Besucher an. Am Samstag fand das Nachtfliegen mit Lichterzauber am Himmel statt. Das Drachenfest fand zum 20. Mal statt.

Drachenfest in Iba: Sonnenschein, viele Fans und sphärische Klänge

Quelle: HNA

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