Neuer Betreiber für Freizeitstätte in Nentershausen gesucht

Das erste Blockhaus, das für die Gäste aus Berlin auf dem Campingplatz entstand: Bürgermeister Ralf Hilmes hofft, dass auch der neue Betreiber der Anlage den Tourismus ankurbelt. Für neue Konzepte sei die Gemeinde aber offen, sagt er.

Nentershausen. Die Freizeitstätte Steglitz-Zehlendorf in Nentershausen liegt tief im Dornröschenschlaf. Jetzt wird ein Prinz gesucht, der sie wachküsst.

Seit 1966 kamen Jugendliche aus dem Berliner Bezirk Steglitz-Zehlendorf (früher Steglitz) nach Nentershausen. Aber auch Berlin muss drastisch sparen. „Das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf gibt seine Anlage in Nentershausen auf- grund seiner wirtschaftlichen Situation auf“, berichtet der Nentershäuser Bürgermeister Ralf Hilmes (SPD). Der Vertrag mit der Gemeinde Nentershausen läuft zum 31. Dezember 2013 aus.

Bereits seit zwei Jahren ist die Anlage nicht mehr belegt. Jetzt sucht die Gemeinde einen neuen Betreiber. Bis zum 30. Oktober haben Interessenten Zeit, sich zu melden.

Tourismus ankurbeln

Die Gemeinde hofft auf ein Konzept, das den Tourismus in Nentershausen weiter ankurbelt. „Die Anlage könnte eine gute Ergänzung zur Tannenburg, zum Feriendorf, dem Gutshof und den Pensionen sein“, betont Hilmes. Der Tourismus sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für viele Betriebe in der Gemeinde.

„Wir stellen uns ein breites Angebot vor, das die Anlage abdecken könnte. Dazu gehören Freizeiten für Kinder und Jugendliche, Klassenfahrten oder pädagogische Gruppenfahrten“, sagt Hilmes. Die Gemeinde sei aber auch für andere Ideen und Konzepte offen.

Die Lage der Anlage sei ideal, betont der Bürgermeister. Das Gelände ist idyllisch gelegen, der Wald nur einen Katzensprung entfernt. Auch das Freibad ist nicht weit. Zur Anlage gehören auch ein Grillplatz und Tischtennisplatten.

Blick auf das Wirtschaftsgebäude mit Küche und Duschen, das der Gemeinde Nentershausen gehört: Die Gemeinde wäre bereit, den Minigolfplatz zu verlegen, um dort Platz zu schaffen zum Beispiel für Camper.

Der Zustand der Hütten sei gut, der Sanierungsbedarf gering. Auch den Küchenbereich könne man mit wenig Aufwand weiterführen. Für Wärme in den Blockhäusern sorgen Elektroheizungen. Die Anlage ist insgesamt 4000 Quadratmeter groß.

In alle Blockhäuser wurden in den 90er-Jahren Toiletten und Waschmöglichkeiten eingebaut. Zum Duschen mussten die Gäste in das Wirtschaftsgebäude gehen.

Köchin und Hausmeister

Eine Köchin, ein Hausmeister und eine Reinigungskraft arbeiteten in der Anlage - saisonbedingt und in Teilzeit.

Berlin schickte die ganzen Jahre über immer wieder Arbeiter, die die Anlage in Schuss hielten, zum Beispiel, wenn es bei der Elektrik oder im Sanitärbereich klemmte.

Die Berliner hatten auch die vier Blockhütten gebaut - von Nentershausen unterstützt. Jugendliche halfen beim Bau der Blockhütten und zweier Gemeinschaftshäuser mit, darunter straffällig gewordene, die Arbeitsstunden leisten mussten. Zu der Anlage gehört außerdem ein Wirtschaftsgebäude.

„Vandalismus gab es nicht, weil man ja an Selbstgebautem mehr hängt als an fremdem Eigentum“, berichtet Hilmes. (dup)

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Quelle: HNA

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