Konzept für ein Geschäft in Lispenhausen wurde vorerst verworfen

Ort für Dorfladen zu groß

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Steht leer: Seit der Schlecker-Insolvenz im vergangenen Jahr ist das Geschäft am Lispenhäuser Bahnhof ungenutzt. Auch ein Dorfladen wird nicht in die Räume einziehen.

Lispenhausen. In Lispenhausen wird es in absehbarer Zeit keinen Dorfladen in der Ortsmitte geben. Das hat eine Prüfung des Konzepts ergeben, an der Bürgermeister Christian Grunwald, Ortsvorsteher Manfred Knoch, eine Vertreterin des Regionalmanagements, ein Vertreter der Firma Tegut und die Eigentümerin des früheren Lebensmittelmarktes am Bahnhof, Renate Knierim, teilgenommen hatten.

Ihr Geschäft, in dem zuletzt ein Schlecker-Markt war, sollte den Dorfladen beherbergen.

Um Zuschüsse eines EU-Förderprogramm zu bekommen, hätte bis zum Juli ein tragfähiges Konzept vorliegen müssen. Außerdem müsste die Stadt Rotenburg als ein Träger mit ins Boot. Und schließlich: Der Laden müsste mindestens sechs Jahre existieren, sonst müssen die Zuschüsse zurückgezahlt werden, erfuhren die Teilnehmer der Runde.

Genossenschaft nötig

Die Lispenhäuser selbst müssten Geld vorschießen: Etwa 20 000 Euro für Investitionen, weiteres Geld eventuell für laufende Kosten. Dazu wäre die Gründung einer Genossenschaft oder einer anderen Gesellschaft notwendig. Bei den 20 000 Euro handele es sich um die Hälfte der notwendigen Investitionen.

Der Stadtteil mit 2500 Einwohnern gilt grundsätzlich als zu groß für einen klassischen Dorfladen. Hinzu kommt die strukturelle Lage Lispenhausens auf halber Strecke zwischen Rotenburg und Bebra: Zu den Einkaufsmärkten dort sind es nur wenige Kilometer – das schmälert die Erfolgsaussichten des Lädchens, argumentieren die Fachleute.

Noch nicht abgeschrieben sind auch die Pläne eines Investors, auf einem Grundstück am Ortseingang des Dorfes einen Discounter-Markt einzurichten. Erst vor wenigen Tagen habe der Investor sein Interesse daran noch einmal bekräftigt – trotz Einkaufszentrums in Rotenburg. Kommt dieser Markt, habe Tegut kein Interesse mehr, einen Dorfladen zu beliefern, erklärte Ortsvorsteher Knoch.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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