Rekord-Niederschläge, trotzdem war es sonnig und warm

Doppelt so viel Regen wie sonst im Juli

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Über zwei Meter hoch steht der Mais, hier bei Braach am Radweg zwischen Rotenburg und Melsungen, wo der Landwirt zwischen Feld und Radweg einen Blühstreifen angelegt hat.

Hersfeld-Rotenburg. Der Juli dieses Jahres war extrem nass. 200 Liter Niederschläge pro Quadratmeter gab es durchschnittlich im Kreis.

Normalerweise fallen rund 80 Liter Regen im Juli. Diesen Angaben liegen die Werte von 14 Wetterstationen der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) zugrunde.

Trotz des Regens war es aber auch sonnig und wärmer als sonst im Juli. Der wärmste Tag in diesem Jahr war der 2. August mit 34 Grad, der kälteste der 30. Januar mit 6,1 Grad. Das Wetter hat zum Beispiel dazu geführt, dass der Mais in ungeahnte Höhen gewachsen ist, obwohl er nicht mehr als sonst gedüngt wurde.

Vielerorts stehen noch Weizen und Triticale (Kreuzung Weizen/Roggen), weil die Ähren immer wieder Regen abbekommen und sie zu feucht zum Dreschen sind. Auf einzelnen Flächen steht aus diesem Grund sogar noch Raps, der längst geerntet sein sollte.

Die Böden sind teilweise noch so nass, dass die schweren Mähdrescher stecken bleiben. Vor allem im Landecker Amt sind die lehmigen Böden tief durchnässt, erklärt Dr. Wolff-Günther Gebauer von der AGLW, und ergänzt: „Wir brauchen trockenes Wetter.“ Denn ab Mitte August muss der Boden schon für die Rapsaussaat beearbeitet und es müssen Zwischenfrüchte gesät werden. Außerdem sinkt die Qualität des Weizens, wenn es nicht trockner wird.

Eine Messstation für Niederschläge befindet sich in Hohenroda-Mansbach. Gerhard Sell meldet die Daten an die AGLW weiter. 65 Liter waren es allein am 30. Juli in Mansbach, mit über 288 Liter im gesamten Monat war der Ort Spitzenreiter im Kreis. „Das gab es noch nie in den vergangenen 20 Jahren“, sagt Gerhard Sell. Folgen seien Schäden in der Flur, hochgehobene Asphaltdecken und verstopfte Durchläufe. Nur halb soviel Regen wie in Mansbach fiel im Juli in Aua und in Niedergude, in Königswald waren es 150 Liter.

An 14 Stationen im Kreis Hersfeld-Rotenburg werden die Niederschläge gemessen, die die Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft auswertet. Zu den Spitzenreitern im Juli nach Mansbach gehören Unterhaun (262 Liter), der Eichhof (258) und Wippershain (247).

Nach Angaben von Birgit Lindenborn von der AGLW hat es auch im Mai mit 105 Litern pro Quadratmeter im Kreis überdurchschnittlich viel geregnet. 65 bis 70 Liter betrug der Mittelwert der vergangenen 20 Jahre.

Unterdurchschnittliche Regenmengen fielen in den übrigen Monaten dieses Jahres. Lindenborn weist darauf hin, dass der Juli generell der regenreichste Monat des Jahres ist. (ank)

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Quelle: HNA

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