DRK-Geschäftsführer bekommt vor Gericht Recht – Kreisverbandsvorsitzender hält an Vorwurf fest

Dittmar geht Montag wieder zur Arbeit

Karl-Georg Dittmar

Bad Hersfeld. Im Kündigungs-Streit zwischen dem DRK-Kreisverband Hersfeld und seinem langjährigen Geschäftsführer Karl-Georg Dittmar hat dieser am Donnerstagmorgen vor dem Arbeitsgericht Fulda einen ersten Sieg errungen. Das Gericht erklärte alle fristlosen Kündigungen gegen Dittmar für unwirksam.

Am Montag wird dieser nach 127 Tagen deshalb wieder zur Arbeit gehen. „Ich muss meine Arbeitskraft anbieten, es kann aber natürlich sein, dass ich wieder heimgeschickt werde“, erklärt Dittmar, der sich nach der Gerichtsentscheidung in einer gestärkten Position sieht, wenngleich sein Ansehen stark beschädigt sei. „Ich habe mir nichts vorzuwerfen und 22 Jahre lang gute Arbeit geleistet“, so der Geschäftsführer.

Berufung möglich

Der DRK-Kreisverbandsvorsitzende Gunter Müller bleibt hingegen bei den Vorwürfen gegen Dittmar und stellt klar: „Wir können uns nicht vorstellen, weiter mit Herrn Dittmar zusammenzuarbeiten. Die vorsitzende Richterin hat sich viel Mühe gegeben und eine Abwägung der Interessen getroffen, aber wir teilen diese Entscheidung rechtlich nicht.“ Ob das DRK in Berufung geht, wollte der Kreisverbandsvorsitzende allerdings noch nicht mitteilen. Am Montagabend fände zunächst eine Sitzung des Vorstands statt. Die angefallenen Gerichtskosten, die der Arbeitgeber als Verlierer zu fünf Sechsteln zahlen muss, betragen laut Müller „ein paar hundert Euro“; für die Kosten ist der Streitwert des Verfahrens entscheidend, der sich wiederum aus dem Arbeitslohn ergibt.

Gekündigt worden war Dittmar wegen nach Meinung des Vorstands nicht genehmigter und nicht vorgesehener Geschäfte (wir berichteten). Konkret ging es um die Anschaffung von Konvektomaten im Wert von 60 000 Euro, die für die Behindertenwerkstatt in Bebra gedacht waren. Laut Dittmar war die Anschaffung zwischen den Kreisverbänden Hersfeld und Rotenburg verabredet gewesen. Gunter Müller sieht das anders: „Ohne Genehmigung darf der Geschäftsführer keine Verträge abschließen, und er darf den Vorstand nicht unwahr unterrichten.“ Dittmar habe außerdem „vollkommen ungeordnete Geschäfte hinterlassen, den Verein in eine wirtschaftliche Notlage gebracht und die laufende Sanierung behindert“. Die Heißluftöfen sind inzwischen zurückgeschickt worden, der entstandene Schaden ist laut Dittmar minimal. Das Arbeitsgericht hätte bei der Interessenabwägung deshalb zu seinen Gunsten entschieden.

Stelle schon ausgeschrieben

Beim DRK läuft trotzdem schon die Suche nach einem neuen Geschäftsführer. Ein Gremium des Vorstands ist laut Müller dabei, eine Kandidaten-Auswahl zu treffen. „Wir hoffen, bald einen neuen qualifizierten Geschäftsführer einstellen zu können“, berichtet Müller. Politische Zusammenhänge in der Sache streitet der Kreisverbandsvorsitzende ab. „Das ist lächerlich, das DRK ist zu Neutralität verpflichtet.“ (nm)

Quelle: HNA

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