Verwertungsgesellschaft will 2013 ihre Tarife ändern

Disco-Veranstalter fürchten Gema-Reform

Hersfeld-Rotenburg. Für Diskothekenbetreiber kann es ab dem kommenden Jahr teurer werden. Die Musikverwertungsgesellschaft Gema will ihre Tarife für Veranstaltungen reformieren. Statt wie bisher elf Tarife für Unterhaltungsmusik soll es künftig nur noch zwei Tarife geben. Maßgeblich für die Berechnung sind die Größe der Veranstaltungsfläche und die Höhe des Eintrittsgeldes.

„Die Discos sind die Verlierer der Reform“, sagt Karl Asbach, Inhaber der von seiner Frau Martina betriebenen Diskothek Red Apple in Hohenroda-Ausbach. Asbach fürchtet deutlich höhere Kosten, falls künftig die Saisonverträge wegfallen oder das jeweils höchste Eintrittsgeld der Saison als Berechnungsgrundlage festgesetzt werde.

Dass von der geplanten Gebührenreform die Diskotheken hart getroffen werden, räumt auch Gema-Sprecher Falco Walther ein. Allerdings seien die bisherigen Pauschal-Tarife unverhältnismäßig niedrig gewesen. Künftig solle jeder Öffnungstag einzeln abgerechnet werden. Der Vertragsentwurf der Gema sieht aber weiterhin einen Jahrespauschalvertrag mit Nachlässen ab der 16. am Jahresbeginn angemeldeten Veranstaltung vor. „Am Anfang des Jahres werden die Einnahmen aus dem Vorjahr zugrunde gelegt, und im Nachhinein wird die Differenz berechnet, erklärt Gema-Sprecherin Gaby Schilcher auf Anfrage unserer Zeitung. Von einer enormen Gebührenbelastung schon bei den alten Tarifen sprechen die Betreiber der Tanzbar Hyppo in Bebra.

Wenig verändern wird sich für die Kirmes-Veranstalter der Region. Bei Flächen unter 1000 Quadratmetern kann es für die Veranstalter mitunter sogar günstiger werden. „Bei der Berechnung werden Thekenanbau oder Gaderobe mitberechnet“, sagt Benjamin Heer, der mit seinem Discoteam auf verschiedenen Kirmessen für die Beschallung sorgt. Für die Veranstalter bedeute das horrende Summen.

Von Jan-Christoph Eisenberg

Quelle: HNA

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