Historiker spricht bei der Stiftung Adam von Trott über Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes

Diplomaten nicht alle im Widerstand

Imshausen. Um die Rolle des diplomatischen Dienstes und des Auswärtigen Amtes in der Zeit des Nationalsozialismus’ geht es am Freitag, 2. November, bei der Stiftung Adam von Trott im Trottenpark Imshausen. Ab 19 Uhr spricht Professor Dr. Eckart Conze aus Marburg. Er ist Sprecher einer internationalen Historikerkommission, die zum Thema geforscht und 2010 das Buch „Das Amt“ veröffentlicht hatte.

„Das Amt“ konstatiert auch für den diplomatischen Dienst ein grundlegendes „Versagen der Eliten“. In der Studie wurde jedoch auch deutlich, dass die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes differenziert betrachtet werden müssen.

Auch wenn das Auswärtige Amt per se kein „Hort des Widerstands“ war, gab es in den Reihen der Diplomaten doch einige, die sich nicht vereinnahmen ließen und trotz des hohen persönlichen Risikos tatsächlich Widerstand leisteten, heißt es in einer Mitteilung von Ute Janßen, der Geschäftsführerin der Stiftung Adam von Trott. Lange Zeit wurde ihr Einsatz für Menschlichkeit und für den Rechtsstaat – auch in der Erinnerungsgeschichte des Auswärtigen Amtes selbst – kaum gewürdigt. Zu ihnen gehören neben Adam von Trott zu Solz unter anderem auch Hans Bernd von Haeften und Ulrich von Hassell, die an diesem Abend im Mittelpunkt des Interesses stehen sollen. Gerade Haeften, über den allgemein nur sehr wenig bekannt ist, war eine der interessantesten Schlüsselfiguren innerhalb der Gruppe, die das Attentat am 20. Juli 1944 vorbereitet hat. (red/sis)

Kontakt: Ute Janßen, Geschäftsführerin Stiftung Adam von Trott, Telefon 06622/42 440. www.stiftung-adam-von-trott.de

Quelle: HNA

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