Diakonie-Pfarrerin Jutta Preiß-Völker geht in den Ruhestand

Das immer freundliche Gesicht der Diakonie in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg: Pfarrerin und Zweckverbandsgeschäftsführerin Jutta Preiß-Völker geht zum 1. Juni in den Ruhestand. Foto:  Apel

Hersfeld-Rotenburg. Wenn jemand verkörpert, dass die Diakonie unverzichtbare Lebens- und Wesensäußerung der evangelischen Kirche und Partnerin des Sozialstaates ist, dann ist es die langjährige Diakoniepfarrerin der Kirchenkreise Hersfeld und Rotenburg, Jutta Preiß-Völker. Am Donnerstag wird sie in den Ruhestand verabschiedet.

Seit Gründung des Zweckverbandes für Diakonie der beiden Kirchenkreise vor etwa 36 Jahren ist sie, stets hilfsbereit und kompetent, das freundliche Gesicht der Diakonie.

Liebe auf den ersten Blick

Mit Kirche und Kindergottesdiensten groß geworden und von der engagierten Jugendarbeit des später in Niederaula tätigen Pfarrers Karl-Werner Brauer geprägt, war für Preiß-Völker nach bestandenem Abitur schnell klar, dass sie Pfarrerin werden wollte. Bestärkt wurde sie darin auch von ihrem Ehemann, dem langjährigen Schenklengsfelder Pfarrer Dietmar Preiß, den sie bei einer Fortbildungsveranstaltung kennengelernt hatte: „Es war Liebe auf den ersten Blick!“

Als Diakoniepfarrerin und Geschäftsführerin des 1980 gegründeten örtlichen, zugleich aber auch regionalen Diakonischen Werks erlebte sie mit, wie sich dessen Arbeitsbereich immer weiter vergrößerte. Die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter von zunächst sechs stieg auf vierzig an. „Mir lag immer daran, dass wir auf gesamtgesellschaftliche Entwicklungen reagieren und möglichst vielfältige ambulante Hilfen anbieten können. Angefangen bei Müttergenesungs- und Suchtberatung bis hin zu Flüchtlingsberatung“, betont die kürzlich 63 Jahre alt Gewordene, die dankbar dafür ist, dass die diakonische Arbeit bei allen Kostenträgern einen hohen Stellenwert einnimmt: „Vor allem mit den Landräten und Kreisbeigeordneten hat es immer ein gutes und zielführendes Miteinander gegeben!“

Abschied fällt schwer

Obwohl sie selbst nicht direkt beraten hat, hat die inzwischen in Gensungen lebende Pfarrerin viele positive Rückmeldungen erfahren. Das und auch das wegen der vielen nach Deutschland kommenden Flüchtlinge veränderte Alltagsgeschäft machen es ihr schwer, Abschied zu nehmen. Wenn er sich dann aber irgendwann nicht mehr vermeiden lässt, ist es oft so, dass Jutta Preiß-Völker Mitarbeiter und Mitstreiter in Gremien - etwa im Kreisdiakonieausschuss - beschenkt.

Als „Maienkind“ mit einer Vorliebe für Erdbeeren und kleine Desserts, aber auch für Maiglöckchen und Rosen, fällt ihr das nicht schwer. Geschieht es doch aus der Erkenntnis heraus, dass Leitung für eine gute Atmosphäre sorgen muss. Das lässt sich auch mit dem Trauspruch der so lange wie keine andere für Leib und Seele im Kirchenkreis Sorgenden ausdrücken: „Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass Ihr leben möget!“ (Amos 5, 14)

Von Wilfried Apel

Zur Person

 Jutta Preiß-Völker wurde am 4. Mai 1953 in Kassel geboren. Sie wuchs in Gensungen auf, besuchte Volksschule und die Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen. Nach dem Studium legte sie 1977 in Marburg ihr erstes theologisches Examen ab. Ihr Vikariat absolvierte sie in Neukirchen, dem sich nach der Ordination durch Prälat Peter Herzberg in Fulda eine Spezialvikariats-Ausbildungszeit beim Landesverband des Diakonischen Werkes anschloss. Seit 1. April 1980 ist die Nordhessin Diakoniepfarrerin und Geschäftsführerin des Zweckverbandes für Diakonie in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg. Sie ist mit Pfarrer Dietmar Preiß verheiratet, mit dem sie in ihrem, vom Urgroßvater 1907 erbauten Elternhaus in Gensungen wohnt und mit dem sie ihre Liebe zum Kochen und zum Reisen in nordische Länder teilt. (zwa)

Quelle: HNA

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