Lokschuppen: Förderverein musste Landeszuschuss für Notdach zurückgeben

Denkmal-Dach nicht dicht

Große Löcher: Wind, Regen und Schnee setzen dem Lokschuppen zu. Das Dach ist an mehreren Stellen undicht.

Bebra. Der unter Denkmalschutz stehende Lokschuppen 2 in Bebra sollte mit einem neuen Dach durch den Winter kommen. Doch noch immer klaffen Löcher darin, Regen und Schnee haben freien Zugang.

15 000 Euro Förderung für die Sicherung des Dachs, die die Denkmalpflege zur Verfügung stellen wollte, musste der Verein Industriedenkmal Bahnhof Bebra wieder zurückgeben. Der Grund: Es war keine Einigung mit der Stadt Bebra zu erzielen, der der Lokschuppen nach wie vor gehört. Unter anderem wurden seitens der Stadt versicherungsrechtliche Gründe genannt. Wolf-Dietrich von Verschuer erklärte auf Anfrage, man sei darüber sehr traurig. „Wir hoffen, dass die Erbauer den Lokschuppen 1866 stabil gebaut haben und er den Winter übersteht.“

Ansgar Brockmann vom Amt für Denkmalpflege sagte, der Lokschuppen sei ein Dokument der Eisenbahngeschichte und als Kulturdenkmal erhaltenswert. Man unterstütze das Engagement vor Ort. Ob 2013 erneut Geld zur Verfügung gestellt werde, konnte er noch nicht sagen. Wichtig sei, dass sich Stadt und Förderverein einigten.

Auf keinen Fall verloren sind 9000 Euro eines privaten Sponsors für das Dach. Dass der Verein nach wie vor mit Hochdruck daran arbeitet, den Lokschuppen wieder zu einem Schmuckstück zu machen, zeigt sich auch an der nächtlichen Beleuchtung, die das Baudenkmal zurzeit in Szene setzt. Mit dem Magistrat wird nach den Worten von Verschuers weiter über die Grundstücksübereignung verhandelt. Er sei optimistisch, wenngleich auch die Schäden am Gebäude zunähmen.

Beantwortet hat die Stadt auch die Fragen des Fördervereins, der sich wegen der Bahnhofssanierung Sorgen um den Lokschuppen macht. Die Gleise davor sind teilweise zugeschüttet worden und werden nun von Baufahrzeugen befahren. Der Bürgermeister hat in seiner Antwort erklärt, es gelte grundsätzlich die Verpflichtung zur Rückgabe im Zustand der Übernahme. Anderes könne zwischen den Vertragspartnern frei verhandelt werden.

Zur Befürchtung, dass die Anbindung der Drehscheibe an das Netz der Bahn abgeschnitten werde, sagte Groß, es lägen keine Erkenntnisse über eine Veränderung der Gleisinfrastruktur von und zur Segmentdrehscheibe vor.

Schwere Maschinen

Man sehe auch die Stabilität des Lokschuppens durch den Einsatz schwerer Maschinen nicht gefährdet. Als Gebäude eines fremden Eigentümers müsse es vor Beschädigung geschützt werden. Bekannt sei der Stadt, dass die Giebelwand über eine Bohrpfahlwand gesichert und im Bestand geschützt werden sollte.

Auf die Frage nach dem Erhalt der Dieseltankstelle heißt es seitens der Stadt, man wisse nichts über deren Schicksal. Durch die Bahnhofsmodernisierung sei sie nicht gefährdet. HINTERGRUND

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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