Franz-Brandl-Stollen mit Fest eingeweiht – Bergmann rettete zwei Kameraden

Denkmal für den Bergbau

Weitere Attraktion im Park der Bergarbeitersiedlung: Der Nachbau eines Stollenmundlochs wurde dort eingeweiht. Unser Foto zeigt Hans Werner Wegehenkel, links, und Andreas Stachainczyk. Die Holzfigur stellt den Bergmann Franz Brandl dar. Fotos: Meyer

Nentershausen. Der Regen überraschte die Festgemeinde und erinnerte so mit an das Ereignis vor 63 Jahren, das fast als Katastrophe geendet wäre und einen Helden hervorbrachte. Im Park der Nentershäuser Bergarbeitersiedlung wurde am Sonntag der Nachbau eines Stollenmundlochs eingeweiht, das nicht nur die Bedeutung des Bergbaus für die Region, sondern auch Deutschlands ersten Bundesverdienstkreuzträger würdigt: den Nentershäuser Bergmann Franz Brandl.

Das Wasser spielte eine große Rolle in der Nacht auf den 26. November 1951, als Unmengen davon in den Reichenbergschacht einbrachen und zwei Bergleuten den Rückweg abzuschneiden drohten. Franz Brandl, damals 25 Jahre alt, kehrte zu seinen Kameraden zurück, um sie zu warnen, und begab sich in Lebensgefahr.

Heinrich Meister und Karl Sdralek rettete er das Leben. Dafür erhielt er das erste Bundesverdienstkreuz der jungen Bundesrepublik.

Zuschüsse der EU

Die Nachbildung des Stollen-Eingangs trägt von nun an den Namen Franz-Brandl-Stollen. Für das Projekt bekam die Gemeinde Zuschüsse aus dem EU-Förderprogramm Leader. Günther Jenet schuf aus einem heimischen Eichenstamm eine Figur, die den mutigen Bergmann Brandl zeigt und vor dem Mundloch wacht.

Heinz Probst vom Bergbaumuseum schilderte bei der Einweihung die Ereignisse der Nacht damals im November. Das Wasser kam den Männern entgegen. Im Mund habe Heinrich Meister ein Feuerzeug getragen, mit dem er seine Karbidlampe wieder entzünden konnte. Die Nentershäuser hätten Brandl als bescheidenen Mann gekannt.

Auch Bürgermeister Ralf Hilmes und Ortsvorsteher Kurt Gawletta würdigten den Nentershäuser. Gawletta: „Sein Verhalten spiegelt das Bewusstsein der Menschen in der Bergmannssiedlung wider. Sie waren aufeinander angewiesen.“

Die Bergmannskapelle Kali + Salz Wintershall und der Männergesangverein Nentershausen traten auf, bevor Pfarrer Dieter Rothhardt und Gemeindereferentin Cornelia Wagner das Mundloch segneten.

Franz Brandl starb 2008. Seit Kurzem erinnert eine Ausstellung im Heimat- und Bergbaumuseum an ihn. (zmy)

Quelle: HNA

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