Keine Erinnerung an verstorbenen Vater

Denise Wilde aus Bebra: Plötzlich neue Familie in den USA

+
In Bebra: Denise Wilde mit Tochter Ashley, Ehemann Bernd und dem einzigen Bild vom Vater, das sie ihr Leben lang begleitet hat.

Bebra. Die einzige Erinnerung, die Denise Wilde zeitlebens an ihren Vater hatte, war eine Porträt-Aufnahme, die über der Wohnzimmer-Couch hängt und einen gut aussehenden Mann in schicker Soldatenuniform vor der Flagge der USA zeigt.

Dass Alan Freeman seit vielen Jahren tot ist, weiß seine 31-jährige Tochter Denise, die in Bebra lebt. Einem großen Zufall ist es zu verdanken, dass sie die Angehörigen ihres Vaters nun ausfindig gemacht und so seine Familie kennengelernt hat - ihre eigene Familie.

Alan Freeman war in Deutschland stationierter Soldat. Er und Denises Mutter verliebten sich und bekamen zwei Töchter, Nadine und Denise. Als Denise drei Jahre alt war, verschwand der Vater wieder in die USA - wo er bereits eine Familie hatte. Danach hat Denise ihren Vater nicht mehr gesehen. 1989 starb er während einer Operation an einer allergischen Reaktion.

Der Mutter blieb in Deutschland nur die Telefonnummer einer Schwester von Alan, über die sie aber nie jemanden erreichte. Alle Verbindungen waren gekappt.

In New York: Nadine und Denise Wilde mit ihren amerikanischen Halbgeschwistern Catina und Alan, von links.

„Wenn ich nur wüsste, wo ich eigentlich herstamme...“ - Es war dieser Gedanke, der Denise immer beschäftigte. Ihre Schwester Nadine, die in Regensburg lebt, engagierte vor vielen Jahren einen Detektiv, der viel Geld kostete, aber keine Ergebnisse brachte. Auch die eigene Suche im Internet blieb erfolglos. „Der Name Freeman ist dort verbreitet wie hier Schmidt oder Meier“, sagt Denise.

Dann kam Montag, der 28. Januar 2013. Einem Verwandten von Denise in Deutschland, Anthony, wurde bei Facebook ein gewisser Alan Freeman als Freund vorgeschlagen, weil beide sich für denselben Schauspieler interessierten. Der Name des Vaters von Denise machte ihn hellhörig, und er stellte den Kontakt zu Denise und Nadine her. Jener Alan Freeman entpuppte sich als Halbbruder der beiden Frauen in Deutschland, und er dürfte selbst gestaunt haben, als er das Bild seines Vaters in Soldatenuniform auf Nadines Facebook-Seite entdeckte.

Denise Wildes Herz schlug schneller an jenem Abend des 28. Januar. Sie rief ihre Mutter, und die beiden verbrachten fünf Stunden vor dem Computer. Immer mehr Verwandte wurden in den kommenden Tagen miteinander vernetzt. „Alles war mega-spannend“, erinnert sich ihr Ehemann Bernd. „Denise war in der Zeit völlig durch den Wind.“

Nadine und Denise beschlossen, ihre verschollen geglaubte Familie in den USA zu besuchen. Im November ging der Flug. (zmy)

Mehr dazu lesen Sie in der gedruckten Freitagausgabe der HNA Rotenburg-Bebraer Allgemeinen.

Quelle: HNA

Kommentare